Wuppertaler Realschule Vohwinkel bekommt Schwebebahn als Klassenzimmer

Neue Zukunft für ausrangierten Waggon : Realschule Vohwinkel erhält langersehnte Schwebebahn

Das einmalige Klassenzimmer wird am 21. Februar angeliefert. Schüler und Lehrer fiebern dem Tag seit drei Jahren entgegen.

Das knapp zweijährige Warten hat ein Ende. Die Realschule Vohwinkel bekommt endlich ihre von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) zugesagte Schwebebahn. Stichtag ist der 21. Februar. In den Morgenstunden soll ein Zug der alten Wagengeneration mit einem Spezialkran im Schulgarten an der Blücherstraße einschweben. Bei allen Beteiligten ist die Freude groß. „Das wird ein riesiges Spektakel“, verspricht Schulleiter Burkhard Eichhorn.

Die technisch aufwendige Ankunft des Wuppertaler Wahrzeichens soll mit einem Willkommensfest verbunden werden. Schließlich gibt es viel zu feiern. Künftig wird die Realschule Vohwinkel als einzige Schule überhaupt eine Schwebebahn als Klassenzimmer haben. „Darauf sind wir natürlich sehr stolz“, betont Eichhorn. Durch den Standort im Schulgarten ist im Wagen unter anderem Naturkundeunterricht geplant. Auch technische Fächer am Beispiel der Entwicklung des besonderen Verkehrsmittels kann sich die Schulleitung gut vorstellen. Vielleicht gibt es zum Auftakt auch eine Ausstellung über die lange Vorgeschichte des Schwebebahnprojekts.

Stoff dafür ist reichlich vorhanden. Bereits Ende 2015 beteiligte sich die Realschule mit großem Engagement beim WSW-Wettbewerb, in dessen Verlauf mehrere alte Wagen verschenkt wurden. Bei der Abstimmung hatte die Blücherstraße dann aber knapp hinter dem betreuten Spielplatz Sternpunkt das Nachsehen. Ihren Traum vom „schwebendem Klassenzimmer“ wollten Schüler, Lehrer und Eltern aber nicht einfach aufgeben. Sie arbeiteten unermüdlich an ihrer Vision, die durch die Beteiligung zahlreicher Unterstützer und Sponsoren schließlich in greifbare Nähe rückte.

Das Schwebebahn-Projekt kostet rund 20 000 Euro

Unter anderem entstand ein Fundament mit einem Stahlgerüst, auf dem die Waggons an vier Stellen aufliegen werden. An der professionellen Ausführung waren unter anderem ein Architekt, ein Baustatiker und ein Landschaftsbauunternehmen beteiligt. Die Helfer stellten ihre Arbeitskraft zu günstigen Konditionen oder ganz umsonst zur Verfügung. Der gesamte Finanzbedarf für die Schwebebahn inklusive Umbauten und Anlieferung konnte so auf rund 20 000 Euro gedrückt werden.

Dann hieß es aber erstmal warten. Ursprünglich sollte die Schwebebahn schon im Mai 2017 in der Blücherstraße ankommen. Doch aufgrund von Nachbesserungen bei den neuen Schwebebahnen konnte der Termin nicht eingehalten werden und verzögerte sich durch den längeren Einsatz der alten Fahrzeuge immer weiter. Als auch noch der Unfall mit der Stromschiene und der damit verbundene lange Stillstand des Wuppertaler Wahrzeichens hinzukamen, schwanden die Hoffnungen der Schwebebahnfans noch weiter. „Umso mehr freuen wir uns darüber, dass es jetzt doch endlich geklappt hat“, betont Burkhard Eichhorn. Er bedankt sich bei allen Sponsoren und Unterstützern für ihre Geduld.

Auch die Schüler fiebern auf das große Ereignis hin. „Es wird super, Unterricht in der Schwebebahn zu haben“, sagt Fabienne (11). Den entsprechenden Innenausbau übernimmt die Vohwinkeler Signalwerkstatt, mit der die Realschule schon länger eine Kooperation hat. Für die Nutzung werden eine neue Elektrik und eine moderne Heizungsanlage in die Schwebebahn eingebaut. Außerdem ist eine gegenüberliegende Anordnung der Sitzreihen vorgesehen. „Im hinteren Bereich wird es Präsentationsmöglichkeiten geben“, erklärt Burhard Eichhorn das Konzept.

Angesichts der anstehenden Sanierung des Altbaus der Realschule hat die Schwebebahn als zusätzlicher Unterrichtsraum eine wichtige Funktion. Mit der Anlieferung kann auch die ebenfalls lange geplante Umgestaltung des Schulgartens erfolgen. „Vorher hätte das keinen Sinn ergeben“, sagt Eichhorn. Die entsprechenden Arbeiten sollen im Frühsommer starten. Dann ist die Schwebebahn hoffentlich schon fester Bestandteil der Unterrichtsplanung.

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