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Wuppertal: So kann der Wald in Vohwinkel gerettet werden

Idee für die Kalkwerke : So kann der Wald in Vohwinkel gerettet werden

Die Kalkwerke Oetelshofen beschäftigen weiter die Politik. Damit es nicht zu Baumfällungen kommen muss, haben die Grünen jetzt einen Vorschlag vorbereitet, der nicht nur den Wald schützen würde.

Die geplante Haldenerweiterung der Kalkwerke Oetelshofen beschäftigt weiterhin die Politik. Dabei wird nach alternativen Lösungen gesucht, um die damit verbundenen Fällungen im Waldgebiet Osterholz zu verhindern. Die Grünen haben jetzt einen Vorschlag erarbeitet, der den Einsatz des beim Kalkabbau entstehenden Abraums im Wohnungsbau vorsieht. Dabei geht es um Vorhaben, die mit Aufschüttungen verbunden sind.

„Das wäre eine echte Chance, um den Wald zu retten und trotzdem die Arbeitsplätze bei den Kalkwerken zu erhalten“, sagt Ulrich-Timmo Christenn von den Grünen. Der Vorsitzende des Wuppertaler Umweltausschusses verweist etwa auf die geplante Bebauung am ehemaligen Lokschuppen in Vohwinkel. Auf dem fünfeinhalb Hektar großen Gelände in der Nähe des Bahnhofs sollen mehrere hundert Wohneinheiten entstehen. Dafür muss das Gelände aber rund acht Meter auf das Niveau der Nathrather Straße angeglichen werden.

„Das unbelastete Material würde sich für eine Aufschüttung gut eignen“, findet Ulrich-Timmo Christenn. Dadurch könne eine Zwischenlösung gefunden werden, die den Baumbestand im Osterholz schone. Ähnlich sieht es Dieter Verst vom Umweltverband BUND. „Es handelt sich hier um eine gewaltige Größenordnung, durch die der Abraum der Kalkwerke für mehrere Jahre verwendet werden könnte“, so Verst. Ob der Plan eine Chance hat, ist aber noch ungewiss. „Aktuell werden keine Überlegungen angestellt, den Aushub der Abraumhalde für das Lokschuppen-Gelände zu verwenden. Es finden auch keine Gespräche zu diesem Thema statt“, erklärt ein Sprecher des Lokschuppen Investors auf WZ-Nachfrage. Gleichwohl sehen die Grünen die Möglichkeit, das Thema grundsätzlich anzugehen.

Unternehmen sieht den Vorschlag kritisch

„Es gibt ja auch noch andere Projekte im Stadtgebiet, die mit Aufschüttungen verbunden sind“, so Christenn. Ihm gehe es um einen „konstruktiven Vorschlag“. Diesbezüglich sind die Kalkwerke Oetelshofen selbst allerdings kritisch. „Unser Abraum ist tatsächlich unbelastet und könnte auch aufgeschüttet werden, allerdings wäre eine Bebauung darauf baustatisch kaum möglich“, erläutert Mitgeschäftsführer Moritz Iseke. Hintergrund sei die große Feinheit des Materials, das sich nicht für eine Verdichtung eigne. „Der Abraum ist deutlich feiner als Sand“, so Iseke. Die Kalkwerke hätten bereits alle Alternativen geprüft. „Wir halten grundsätzlich an der Haldenerweiterung fest“, betont der Geschäftsführer.

Frühester Zeitpunkt für eine Fällung wäre durch die Sperrfrist beim Gehölzschnitt allerdings der 1. Oktober. Außerdem steht die Genehmigung für die Plane noch aus. Die Gegner der Fällung verweisen auf die ökologische Bedeutung des alten Baumbestands, der vielen unter Schutz stehenden Tierarten als Lebensraum diene.