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Tierheim mit mehr Platz für Katzen und Mäuse

Tierheim mit mehr Platz für Katzen und Mäuse

Tag der offenen Tür im Tierheim: Neue Räume kamen gut an.

Vohwinkel. Marvin ist erst fünf Jahre alt und schafft es mühelos, seine kleine Hand durch die Gitterstäbe des Geheges zu schieben. Daraufhin kommt auch schon ein pechschwarzer Kater mit glänzendem Fell von seinem Kletterbaum herunter und landet mit einem geschmeidigen Satz vor Marvin. Nach kurzem Schnuppern beginnt er sein Köpfchen entlang des Gitters zu reiben und dabei zu schnurren.

Zusammen mit seiner Oma Gisela Jahnscheidt besuchte Marvin am Sonntag das Tierheim Wuppertal. Denn nachdem seit Anfang des Jahres viel renoviert und umgebaut wurde, präsentierte sich das Tierheim am Tag der offenen Tür mit großen Auslaufgehegen für Katzen, einem separatem Haus für Jungkatzen und einem eigenen Raum für die Kleinnager. „Früher saßen die Katzen ihrer Beute, den Mäusen und Hamstern, genau gegenüber“, erzählt Eva-Maria Scheugenpflug, Leiterin des Tierheims. Über die Höhe der Ausgaben für den Umbau wollte sie keine Angaben machen.

Die Jungkatzen sollen durch ein eigenes Haus besser vor dem gefürchteten Katzenschnupfen geschützt werden. Da, wie in den meisten Tierheimen, ständiger Platzmangel herrsche, sei der Ausbau dringend notwendig gewesen. Besonders in den Sommermonaten werden teilweise 20 Tiere monatlich abgegeben, ein Großteil davon sind Katzen. Ebenso dreht sich auch auf der Pinnwand neben dem Empfang, auf der sich die Vermisstenmeldungen aneinanderreihen, fast alles um Katzen. „Vielleicht fünf Prozent der vermissten Tiere finden über uns zu ihren Besitzern zurück, die übrigen werden in verantwortungsvolle Hände vermittelt oder bleiben hier“, sagt Scheugenpflug.

Vor sechs Monaten entschied sich das Ehepaar Krings für zwei Katzen aus dem Wuppertaler Tierheim. „Anfangs hatten wir schon Bedenken, ob alles gut geht“, sagt Detlef Krings. „Immerhin sind unsere Katzen bereits fünf und zehn Jahre alt, da braucht man schon ein wenig Geduld bis sie sich eingelebt haben“, ergänzt Hannelore Krings. Doch nun, ein paar Monate später, fühlen sich alle „pudelwohl“ in ihrem Zuhause. Am Sonntag nutzten sie die Gelegenheit, einmal zu sehen, was aus den alten Räumlichkeiten geworden ist — und waren von der „freundlichen Ausstrahlung der Räume“ überrascht.

Nebenbei veranstaltete der Verein auf der obersten Etage einen kleinen Weihnachtsbasar mit Weihnachtsschmuck, Glühweingelee und jeder Menge Spielzeug für Vierbeiner. Für Marvin und seine Oma gab es später Maulwurfkuchen und bunte Cupcakes mit heißem Kakao.

Sebastian Quadflieg kümmert sich seit dem Sommer als Auszubildender um die Tiere des Tierheims. „Es war schon immer mein Traum, eine Ausbildung zum Tierpfleger zu machen und hier habe ich endlich eine der heiß begehrten Ausbildungsstellen ergattert“, sagt Quadflieg mit einem strahlenden Lächeln.