Streit in Vohwinkel eskaliert - Großfamilie greift Polizisten an

Streit in Vohwinkel eskaliert - Großfamilie greift Polizisten an

Tritte, Schläge und fliegende Blumentöpfe: Warum an der Gräfrather Straße 30 Polizisten im Einsatz waren.

Vohwinkel. Ein Streit innerhalb einer 13-köpfigen Großfamilie aus dem Libanon hat in der Nacht zu Dienstag in Vohwinkel für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt: Sieben Personen - davon fünf Polizisten - wurden verletzt, ein Streifenwagen demoliert. Um 22.45 Uhr hatte ein Passant aus einem Haus an der Gräfrather Straße Hilfeschreie einer Frau gehört. Der Mann alarmierte umgehend die Polizei.

Die stellte vor Ort fest, dass eine im Haus lebende 35 Jahre alte Mutter mit ihrer ein Jahr alten Tochter ins Frauenhaus wollte. Damit soll der Ehemann (37) nicht einverstanden gewesen sein. Laut Polizei beschimpfte er die Streifenbeamten und griff sie tätlich an. Die Folge: Dem Mann wurden Handfesseln angelegt, dann wurde er in einen Streifenwagen verfrachtet. Als die 17-jährige Tochter dies sah, versuchte sie ihren Vater zu befreien und griff die Polizeibeamten ebenfalls an. Auch zwei 13 und 18 Jahre Söhne sollen getreten und geschlagen haben - ebenso die Mutter, zu deren Schutz die Polizei ja eigentlich angerückt war.

Längst waren mehrere Streifenwagen unter anderem aus dem benachbarten Solingen zur Verstärkung eingetroffen. Am Ende waren 14 Streifen samt Besatzung vor Ort. Doch die Situation ließ sich kaum beruhigen. Laut Polizei zertrümmerte der Vater von innen die Seitenscheibe des Streifenwagens und zwängte sich hinaus.

Dabei zog er sich zwar Schnittverletzungen zu, versuchte aber trotzdem weiter ins Freie zu gelangen. Die Polizei setzte ihn schließlich mit Pfefferspray außer Gefecht. Zu diesem Zeitpunkt schaltete sich auch eine 15 Jahre alte Tochter der Familie in den Einsatz ein und bewarf die Beamten von einem Garagendach aus mit Blumentöpfen. Einer traf ein Polizeiauto.

Fazit: Der Vater, der 18-jährige Sohn und die 17-jährige Tochter wurden zur Verhinderung weiterer Straftaten ins Polizeigewahrsam gebracht. Erst nach Mitternacht war der Großeinsatz zu Ende.
Gegen die einzelnen Familienmitglieder - laut Polizei hat es schon mehrfach Einsätze im Haus der Familie gegeben - wird jetzt wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Warum die Frau ins Frauenhaus wollte, ist bislang unklar. Offensichtlich blieb sie dann doch zu Hause. Ihr Ehemann war ja nicht da.

Und: Die fünf verletzten Polizisten sind weiter dienstfähig. Der demolierte Streifenwagen ist mittlerweile repariert. Schon gestern Vormittag war die neue Scheibe montiert. Ein Polizei-Sprecher zur WZ: "Wir brauchen unsere Einsatzwagen."

Mehr von Westdeutsche Zeitung