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SPD beantragt Standortwechsel für das Schulmuseum

Bezirksvertretung Vohwinkel : SPD beantragt Standortwechsel für das Schulmuseum

Die Bezirksvertretung will den Erhalt und die Aufwertung der Historischen Sammlung fördern. Einen Antrag für einen neuen Standort bringt die SPD ein.

Die Zukunft der Schulhistorischen Sammlung war ein zentrales Thema bei der Bezirksvertretung Vohwinkel am Mittwoch. Hintergrund ist der schlechte Zustand der Einrichtung an der Rottscheidter Straße. Hier bemüht sich die ehrenamtliche Kuratorin Melody Stach seit zwei Jahren um eine Katalogisierung sowie um ein tragfähiges Konzept, das auch junge Menschen ansprechen soll. Im Stadtteilgremium erläuterte sie ihre bisherigen Erkenntnisse und die Möglichkeiten einer modernen Ausrichtung des Schulmuseums. Dazu möchte die Politik eine Anschubfinanzierung von 120 000 Euro in den kommenden Haushalt einbringen.

„Wir haben hier eine einmalige Sammlung mit vielen wertvollen Objekten“, betont Melody Stach. Sie habe sich mittlerweile einen umfassenden Überblick verschaffen können. „Das Potenzial ist da, aber es fehlt der wissenschaftliche Standard“, so die Historikerin und Archäologin. Zudem gebe es Objekte aus dem „Unrechtskontext“, also mit Bezug zum Nationalsozialismus. Auch zu diesem sensiblen Thema müssten Überlegungen angestellt werden.

Stach plant eine Verknüpfung der bisherigen Ausrichtung auf Schulgeschichte mit Umwelthistorie und einem sozialen Ansatz. Außerdem könne die Einrichtung als Treffpunkt und Veranstaltungsraum etabliert werden. Erhalten bleiben soll das historische Klassenzimmer. All das soll unter neuem Namen und an einem besser geeigneten Standort zusammengefasst werden. Diesbezüglich hatte die SPD-Fraktion einen Antrag vorgelegt. Darin wird gefordert, dass sich aus der Sammlung ein der Öffentlichkeit zugänglicher Museumsbetrieb entwickelt. Dazu gehöre die Unterbringung in einer städtischen Immobilie, möglichst in Vohwinkel.

„Die Sammlung befindet sich derzeit in einem katastrophalen und chaotischen Zustand“, bemängelt SPD Fraktionssprecher Andreas Schäfer. Er verweist auf Schimmel- und Ungezieferbefall. „Das neue Konzept ist daher sehr sinnvoll und muss jetzt finanziell auf solide Füße gestellt werden“, so Schäfer. Der Antrag und die Ideen von Melody Stach stießen im Stadtteilgremium auf breite Zustimmung.

„Wir begrüßen ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement für die Sammlung“, sagt CDU-Fraktionssprecher Carsten Heß. Ein Bericht der Verwaltung, der vor allem auf eine Magazinierung des Bestands abzielt, wurde von den Bezirksvertretern dagegen  kritisch gesehen.

Fuhlrott-Museum
als Warnung für alle

„Die Schulhistorische Sammlung darf nicht wie das Fuhlrott-Museum in der Versenkung verschwinden“, betont Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD). Die Auflösung des Wuppertaler Museums sei nach wie vor sehr bedauerlich. Diesbezüglich könnte es aber ein Wiedersehen mit den alten Stücken geben. „Wir haben eine Zusammenarbeit mit dem Ruhr Museum in Essen, wo sich viele Exponate des ehemaligen Fuhlrott-Museums befinden“, berichtet Stach. Sie stellte in der Sitzung die Möglichkeit von Wechselausstellungen in Aussicht.