Samstags fährt in Vohwinkel nur noch die Hälfte der Busse

Nahverkehr: Samstags fährt in Vohwinkel nur noch die Hälfte der Busse

Das Zentrum im Wuppertaler Westen ist von den Änderungen beim WSW-Fahrplan besonders betroffen.

. Die von den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) angekündigten Fahrplanänderungen haben für viel Kritik gesorgt. Wie berichtet nehmen die Stadtwerke die für den 25. November geplante Eröffnung des neuen Busbahnhofs am Döppersberg zum Anlass, ihr Liniennetz auf den Hauptverkehrsknotenpunkt abzustimmen. Das sorgt im Ergebnis für eine Kürzung von 45 000 Kilometern Fahrtstrecke. Und das wird in Vohwinkel deutlich spürbar.

Am umsatzstarken Samstag reduzieren die WSW im Stadtteilzentrum ihr Busangebot um 50 Prozent. Betroffen sind die vielgenutzten Linien 621 und 631 im Zeitraum vom Vormittag bis zum frühen Nachmittag. Statt wie bisher im 15-Minuten-Takt verkehren sie nur noch alle 30 Minuten. Entsprechend groß ist der Ärger. „Der Samstag ist für uns Vohwinkeler der klassische Einkaufstag. Nicht nur der Wochenmarkt, sondern auch alle Einzelhandelsgeschäfte sind an diesem Tag stark nachgefragt und verzeichnen die höchsten Umsatzzahlen der Woche“, sagt ÖPNV-Nutzer Sebastian Belz. Rings um den Kaiserplatz sei der Verkehr vor allem vormittags am Rande seiner Leistungsfähigkeit. „Ich halte diese massive Angebotskürzung im ÖPNV auch vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Pkw-Schadstoffe und mögliche Fahrverbote für inakzeptabel“, betont Belz. Er verweist auch auf die bevorstehende Kaufland-Eröffnung an der Kaiserstraße und den damit verbundenen Mehrverkehr.

CDU will, dass die WSW ihre Änderungen überdenken

Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) kritisiert die Fahrplanreduzierung ebenfalls: „Das können wir so nicht hinnehmen.“ Der große Bedarf gerade an Samstagen rechtfertige die Änderungen in keiner Weise. Zudem sei das Thema seitens der Stadtwerke viel zu spät kommuniziert worden. Ähnlich sieht es Gerhard Schäfer von der Grünen-Fraktion: „Das geht gar nicht.“

Der stellvertretende Bezirksbürgermeister Steffen Hombrecher (CDU) will das Thema in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung einbringen. Auch er fordert die WSW dazu auf, ihre Planungen zu überdenken. „Das ÖPNV-Angebot ist bei der letzten Fahrplananpassung schon einmal ausgedünnt worden“, sagt Hombrecher. Er betont etwa die Wichtigkeit der Linie 631, mit der die Altenwohneinrichtungen Haus Baden am Willi-Hildebrandt-Weg und das Evangelische Seniorenzentrum am Vohwinkeler Feld angebunden sind. „Für die Mobilität der Senioren, die häufig über kein eigenes Auto verfügen, stellt der Bus eine Möglichkeit dar, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“ Dies müsse aus Sicht der CDU Vohwinkel unbedingt gesichert werden.

Die WSW wehren sich gegen den Vorwurf eines „Kahlschlags“ bei den Busverbindungen. „Richtig ist, dass wir auf den Linien 621/631 samstags ganztägig einen 30-Minuten-Takt haben werden. Das ist unser Grundtakt im gesamten Stadtgebiet an Wochenenden“, erklärt Sprecher Holger Stephan. Es entfielen neun Fahrten je Richtung im Zeitraum von 9.30 bis 15.30 Uhr. Im Gegenzug würden die heute als Solobus verkehrenden Fahrten weitestgehend auf Gelenkbusse umgestellt, so dass eine entsprechende Transportkapazität gewährleistet sei. „Zudem werden wir die Lage vor Ort natürlich im Auge behalten, um gegebenenfalls nachsteuern zu können“, sagt der WSW-Sprecher. Für die Kritik an der zu späten Kommunikation zeigt er Verständnis. „Wir entschuldigen uns, dass die Fahrplanänderungen doch recht kurzfristig zur politischen Beratung eingebracht wurden und geloben für die Zukunft Besserung.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung