Retro-Geschäft: Stilvolles und Kurioses aus den 70er-Jahren

Retro-Geschäft: Stilvolles und Kurioses aus den 70er-Jahren

Richard Nöthlich bietet in seinem Laden einen buten Mix von Retro-Artikel an.

Vohwinkel. Wer den klassischen Zweireiher bevorzugt, in der Freizeit gern ein weißes Polohemd überstreift und schon das Tragen einer Jeans für ziemlich gewagt hält, ist bei Del Sol absolut falsch. Für Fans völlig verrückter Mode ist der neue 70er Jahre Laden in der Vohwinkeler Goethestraße dagegen ein Riesenspaß. Hier findet sich einfach alles, was bereits Mama und Papa in ihrer Jugend zum Happening getragen haben und was oft verschämt im letzten Winkel des Kleiderschranks gelandet ist.

Dabei erfreut sich der damalige Lifestyle heute wieder großer Beliebtheit und wird etwa bei entsprechenden Partys gern ausgiebig zelebriert. Vorher empfiehlt sich allerdings ein Besuch bei Del Sol. Cordhosen mit weitem Schlag, knallbunte Hemden oder glitzernde Paillettenanzüge geben sich im kultigen Geschäft ein Stelldichein mit riesigen Sonnenbrillen und aufgetürmten Afro Perücken.

„Hier findet jeder etwas“, sagt Besitzer Richard Nöthlich. Er begrüßt seine Kunden gern mit Fruchtgummisorten, die schon in den 70ern beliebt waren. „Ich will die Leute locker machen“, erklärt der Inhaber. Wie sein Laden ist auch Nöthlich ein Original, dessen entspannte Art extrem ansteckend wirkt.

Wer aber glaubt, es mit einem weltentrückten Träumer zu tun zu haben, irrt gewaltig. Richard Nöthlich ist mit seinem Konzept bereits seit 15 Jahren erfolgreich. Vor dem Wechsel in den Wuppertaler Westen betrieb er bereits ein entsprechendes Geschäft in Bochum. Wegen der steigenden Nachfrage waren die Räumlichkeiten am Ende zu klein. Bei der Suche nach einem größeren Objekt stieß Nöthlich durch Zufall auf die ehemalige Schlecker Filiale in der Goethestraße.

Auf 250 Quadratmetern Fläche gibt es jetzt jede Menge Platz für Batikhemden, Plateauschuhe oder Glattlederjacken, in denen schon „Dirty Harry“ seine Gegner zur Strecke gebracht hat. Teilweise handelt es sich Second-Hand-Ware, mittlerweile wird aber auch immer mehr Kleidung extra im Retro-Stil hergestellt.

Hinzukommen bei Del Sol die passenden Möbel. Für das Original Cord-Sofa oder die bunten Designer-Stühle aus Fieberglas muss allerdings etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Im Bereich Hemden, Hosen und Sakkos sind dagegen immer wieder Schnäppchen möglich.

Beliebt ist auch die Spielecke für die Kleinen, in der sich etwa die längst vergessen geglaubte Plastik-Ritterburg findet. „Da werden auch die Erwachsenen oft wieder zum Kind“, erzählt Richard Nöthlich schmunzelnd. Obwohl er selbst Anfang der 70er Jahre geboren wurde, hatte er lange Zeit kein Verhältnis zu Mode und Stil dieser Ära. „Ich komme aus einem konservativen Elternhaus und bei uns dominierte Eiche rustikal“, sagt Nöthlich. Erst durch eine Messe begann seine Faszination.

Neben dem Laden hat er die angrenzende alte Kneipe gleich mitgemietet und passend eingerichtet. Hier sollen Events für bis zu 50 Personen stattfinden. „Das ergänzt sich super“, sagt der Inhaber. Die Resonanz sei bisher äußerst erfreulich. Zudem hat Del Sol weiterhin viele Stammkunden aus Düsseldorf oder Köln.

Mehr von Westdeutsche Zeitung