Realschule Boltenheide erzeugt ihren eigenen Strom

Realschule Boltenheide erzeugt ihren eigenen Strom

23 Solarmodule hat die Privatschule Boltenheide seit Mai auf ihrem Dach installiert. Die Hälfte der rund 42 000 Euro für die Anlage kommt aus Mitteln des WSW-Klimafonds.

Vohwinkel. Nachhaltigkeit und Klimaschutz spielen eine immer größere Rolle. Umso wichtiger ist es, mit diesen Themen jungen Menschen zu erreichen. An der Vohwinkeler Realschule Boltenheide wird dabei ein ganz praktischer Ansatz verfolgt. Im Rahmen des Projekts „Sonne in der Schule“ wurden seit Mai 23 Solarmodule auf dem Dach des Gebäudes installiert. Ergänzt wird die insgesamt 37 Quadratmeter große Solarfläche mit einem eigenen Stromspeicher. Hinzu kommt eine Anzeigentafel, auf der sich die aktuelle Leistung ablesen lässt. Die komplette Anlage spart der Schule nicht nur viel Strom, sondern soll auch vielfältig im Unterricht eingesetzt werden. Finanziert wurde sie mit Hilfe des Klimafonds der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Beim jüngsten Wettbewerb im Internet belegte das ehrgeizige Projekt den dritten Platz. Mit dem Preisgeld konnte rund die Hälfte der Kosten in Höhe von 21 000 Euro gedeckt werden.

„Darüber freuen wir uns natürlich sehr“ sagt Chemielehrer Ümit Kaya, der das Konzept auf Schulseite erstellt hatte. Er dankt auch den weiteren Unterstützern. 4000 Euro wurden durch die Weesbach-Stiftung getragen, den Rest kam vom Trägerverein der Schule (siehe Infokasten). „Wir werden das Thema Solarenergie mit Leben füllen“, verspricht Kaya. Unter anderem soll eine Projektwoche am Ende des Schuljahres stattfinden. Erneuerbare Energien werden auch in den Lehrplänen eine wichtige Rolle spielen. „Wir werden das nicht nur in Chemie und Physik behandeln, sondern auch in den Gesellschaftswissenschaften“, erläutert Artur Busse, Lehrer für Biologie und Sozialwissenschaften.

WSW-Projektbetreuer Matthias Ertel lobt das besondere Engagement der Schule für den Klimaschutz. „Es war immer zu spüren, dass hier nicht nur eine moderne technische Anlage entstehen sollte. Es ging auch um konkrete Wissensvermittlung über klimaschonende Energieerzeugung an die nachfolgenden Generationen“, berichtet er. Die Solaranlage ist das erste Projekt der Klimafonds-Abstimmung, das komplett umgesetzt ist. „Es ist wirklich toll gelaufen“, schwärmt Matthias Ertel.

Bei den weiteren Projekten geht es unter anderem um die klimaneutrale Beleuchtung der Moritzbrücke und um die „Farmbox“ am Arrenberg. Für die insgesamt fünf Konzepte stellen die WSW 50 000 Euro zu Verfügung. Die Umsetzung in Vohwinkel erfolgte durch eine Wuppertaler Installationsfirma. „Mit dem Wettbewerb wollen wir auch das örtliche Handwerk stärken“, sagt Norbert Hüttenhölscher, Leiter des WSW Klimafonds. Die technischen Eckdaten der Anlage können sich sehen lassen. Bei einer Spitzenleistung von über sechs Kilowatt dürfte die Jahresstromproduktion bei rund 5600 Kilowattstunden liegen. Den größten Teil davon kann die Schule durch den Batteriespeicher selbst nutzen, speist aber auch eine kleine Restmenge ins Stromnetz ein. Etwa 13 Prozent des Strombedarfs wird so gedeckt. Das spart etwa 1000 Euro pro Jahr. „Es ist großartig, dass wir auf diese Weise die Nachhaltigkeit fördern können“, sagt Schulleiterin Inge Sassin. Es gebe ein großes Interesse der Schüler. Die Kinder und Jugendlichen sollen demnächst stärker an das Thema herangeführt werden.

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