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Realschule Boltenheide: Die Schule, die niemand findet

Realschule Boltenheide: Die Schule, die niemand findet

Die Realschule fordert ein Hinweisschild. Doch die Stadt lehnt die Genehmigung ab.

Vohwinkel. Beitrag zum Schilderwald oder sinnvolle Orientierungshilfe? Die Realschule Boltenheide wünscht sich seit mehreren Jahren ein Hinweisschild für ihre Zufahrt. Das Gebäude liegt etwas versteckt im Vohwinkeler Süden an der Stadtgrenze zu Solingen. Früher befand sich hier die Technische Akademie. Zur Schule führt ein langer Waldweg, der von ortsfremden Autofahrern leicht übersehen werden kann.

„Gerade bei Anlieferungen ist das ein Problem“, erklärt Lehrer Rüdiger Scholz. „Die Fahrer landen oft am Dasnöckel und wissen dann nicht weiter“, berichtet er. Bei vielen Navigationssystemen sei der Standort der privaten Bildungseinrichtung nicht eindeutig. Die Schule setzt sich daher für ein Schild ein und will es samt Aufstellung auch finanzieren. „Der Kommune würden keine Kosten entstehen und wir richten uns bei der Herstellung natürlich nach der Straßenverkehrsordnung“, sagt Rüdiger Scholz. Er verweist auch darauf, dass es für die Technische Akademie bereits ein Hinweisschild gegeben habe.

Von der Stadt wird eine Genehmigung allerdings verweigert. „Der Antrag wurde schon 2010 rechtskräftig abgelehnt“, erklärt Verwaltungssprecherin Martina Eckermann. Im letzten Jahr gab es eine erneute Anfrage der Schule, aber an der Rechtslage habe sich nichts geändert. „Die Wegweisung im öffentlichen Raum ist klar geregelt“, betont Eckermann. Eine Voraussetzung für die Aufstellung eines Hinweisschildes sei etwa ein dauerhafter Suchverkehr mit vielen auswärtigen Besuchern. Dies habe zwar für die Technische Akademie gegolten, nicht aber für die Schule. „Hier kennen Schüler, Eltern Lehrer in der Regel den Schulweg“, erläutert die Sprecherin. Zudem sei die Schule mit Straßenname und Hausnummer eindeutig gekennzeichnet und könne von jedem gefunden werden.

Nach Ansicht der Stadt reicht die Lage der Schule nicht für eine Ausnahmegenehmigung aus. Das widerspreche auch dem Grundsatz der Gleichbehandlung. „Es gibt viele kommerzielle Anbieter, die sich ebenfalls Hinweisschilder wünschen und ein Präzedenzfall hätte entsprechende Konsequenzen“, sagt Martina Eckermann. Die Vohwinkeler Bezirksvertretung zeigt dagegen mehr Verständnis für das Anliegen. „Natürlich muss ein Schilderwald vermieden werden, aber hier handelt es sich um eine schwer einsehbare Zuwegung zu einer Schule“, erklärt CDU Fraktionssprecher Moritz Iseke. Das Stadtteilgremium spricht sich mehrheitlich für die Ausnahmegenehmigung aus.

Eine weitere Möglichkeit wäre nach Ansicht der Politiker auch eine Aufstellung auf Privatgelände. Diesbezüglich sollen jetzt Gespräche mit den Eigentümern geführt werden.