Radenberg-West: Das Verfahren ruht

Die Bezirksregierung sieht die Wohnbebauung der ehemaligen Halde kritisch.

Vohwinkel. Neue Entwicklung beim umstrittenen Bauprojekt Radenberg-West: Nach Aussage der Verwaltung ruht derzeit das Verfahren. Grund ist die kritische Haltung der Bezirksregierung bezüglich einer Bebauung der ehemaligen Halde. Sie verweist laut Stadt auf die aus ihrer Sicht hohe ökologische Bedeutung der Fläche. Im aktuellen Regionalplan ist diese als regionaler Grünzug und Freiraumbereich gekennzeichnet. Der Plan wird gerade überarbeitet und soll voraussichtlich im kommenden Jahr in Kraft treten.

Bis dahin wird es nach Aussage der Stadt keine weiteren Verfahrensschritte beim Thema Radenberg-West geben. Wie berichtet plant die Clees Gruppe auf der ehemaligen Abraumhalde 30 Häuser. Größte Streitpunkte sind dabei die Erschließung über die engen Spielstraßen der angrenzenden Wohnsiedlung und die Engstelle Am Britten. Bisher gibt es einen gültigen Aufstellungsbeschluss. Zudem fand eine Veranstaltung zur offiziellen Bürgerbeteiligung statt. „Wir haben hier ein komplexes Geflecht der verschiedenen Planungsebenen“, erläutert Marc Walter, Wuppertaler Abteilungsleiter für Bauleitplanung.

Im geltenden Flächennutzungsplan sei der Bereich Radenberg-West „einer der wenigen weißen Flecken“. Eine Bebauung ist hier noch nicht genehmigt. Die Stadt hatte deshalb der Bezirksregierung eine Umwidmung als „allgemeiner Siedlungsbereich“ vorgeschlagen. „Bisher war hier eine langfristige Bebauung mit entsprechenden ökologischen Kompensationsmaßnahmen durchaus denkbar“, erklärt Marc Walter.

Seit Februar gilt allerdings der übergeordnete Landesentwicklungsplan. Dieser räumt Freiraumbereichen und regionalen Grünzügen eine deutlich höhere Bedeutung ein. Das dürfte ein wichtiger Grund dafür sein, warum die Bezirksregierung eine Umwidmung zum allgemeinen Siedlungsbereich nicht für angemessen hält und bei der alten Darstellung bleiben möchte. Die Stadt hat jetzt nochmals eine Eingabe gemacht.

Vom Tisch sind die Pläne für eine Bebauung daher offiziell nicht. „Die Entscheidung liegt bei Regionalrat“, sagt Marc Walter. Die Verwaltung will Politik und Bürger bei der kommenden Sitzung der Bezirksvertretung am 21. Juni ausführlich über das Thema informieren.

Investor Alexander äußert sich zur Entwicklung sehr allgemein. „Wir stehen weiterhin in engem Austausch mit den städtischen Gremien und der Öffentlichkeit. Der Abstimmungsprozess für Bebauungsplanverfahren erfordert üblicherweise eine gewisse Zeit. Das Verfahren wird von allen Seiten konstruktiv begleitet“, heißt es in einer Stellungnahme.

Die Anwohner bleiben bei ihrer Kritik insbesondere bezüglich der Erschließung. Anwohner Frank Boedicker bezweifelt etwa, dass es für die schmale Spielstraße überhaupt ein sinnvolles Konzept geben kann. „Gerade schwere Baufahrzeuge sind hier undenkbar“, findet er. Die Bezirksvertretung Vohwinkel beginnt am 21. Juni um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Vohwinkeler Rathauses, Rubensstraße 4. Sie ist öffentlich, Gäste sind willkommen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung