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Pelzige Verwirrspiele im Londoner Luxusgeschäft

Pelzige Verwirrspiele im Londoner Luxusgeschäft

Das neue Stück „Jetzt nicht Liebling“ trifft den Nerv des Vohwinkeler Publikums.

Vohwinkel. Mit Pelzen ist es so eine Sache. Manche Promis lassen sich auf Plakaten lieber nackt als in den teueren Kleidungsstücken ablichten. Bei der neuen Komödie des Vohwinkeler Dom Theaters verhält es sich dagegen umgekehrt. Hier wollen die Akteurinnen ihre Pelzmäntel gar nicht mehr ausziehen — schon allein zur Verhüllung allzu nackter Tatsachen.

Mit dem Stück „Jetzt nicht Liebling“ von Ray Cooney und John Chapman entführt das Stadtteilensemble sein Publikum in die Welt eines Londoner Pelzgeschäfts. Doch die noble Adresse wird zum Schauplatz haarsträubender Verwicklungen, in deren Verlauf die Kleidung der anspruchsvollen Kundinnen in hohem Bogen aus dem Fenster fliegt. Da hilft nur noch der Nerz. Klingt verwirrend? Ist es auch, aber vor allem brüllend komisch.

Doch der Reihe nach: Gilbert Bodley ist nicht nur lange verheirateter Pelzhändler, sondern auch ein begnadeter Schürzenjäger. Um seine neue Flamme Janie zu beeindrucken, hat er ihr einen sündhaft teuren Mantel versprochen. Damit deren Ehemann keinen Verdacht schöpft, wird das edle Stück als Ausschussware getarnt. Doch Janies Angetrauter dreht den Spieß kurzerhand um und reicht das vermeintliche Schnäppchen heimlich an seine eigene Freundin weiter.

Um sein Schäferstündchen gebracht, will Bodley den Mantel unbedingt wiederhaben. Doch beide Damen denken nicht daran, auf ihren Nerz zu verzichten. Als Druckmittel hilft da ein Striptease — an dessen Ende Röcke und Blusen samt Unterwäsche auf dem Gehsteig landen. Mit dem Stück setzt das Ensemble einmal mehr auf richtig gute Unterhaltung und trifft dabei voll ins Schwarze. Schon bei der ausverkauften Premiere hatte das Publikum viel zu lachen.

Dabei beweisen Petra Engelbach und Bine Semrau in ihren bekleidungstechnisch äußerst sparsamen Rollen viel Mut zur nackten Haut. „Das war natürlich eine besondere Herausforderung“, erklärte Dom Theater-Leiter Norbert Florian. Als männlicher Gegenpart spielt Günter Connemann den bald am Rand des Nervenzusammenbruchs stehenden Bodley mit schweißtreibendem Einsatz. Sein braver und von den Entkleidungswirren völlig überforderter Geschäftspartner Crouch wird von Julien Levy herrlich überspannt dargestellt.

Im Ensemble glänzen außerdem Melanie Rogge als im größten Chaos noch Ruhe bewahrende Sekretärin Miss Tippdale und Christian Haschke als nur vermeintlich gehörnter Ehemann.