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Parteien wollen Vohwinkels Spielplätze modernisieren

Kommunalpolitik : Parteien wollen Vohwinkels Spielplätze modernisieren

Die Bezirksvertretung kritisiert den Zustand vieler Anlagen – und sucht das Gespräch mit der Verwaltung.

Vohwinkel. Eine Rundfahrt durch den Stadtteil kann grundsätzlich ihren Reiz haben. Schließlich hat Vohwinkel einige nette Ecken zu bieten. Beim Thema Freizeitgestaltung punktet der Wuppertaler Westen etwa mit 40 Spielplätzen. Im gesamtstädtischen Vergleich ist das ein Spitzenwert. Der Zustand mancher Spielflächen ist dagegen weniger idyllisch. Eine von der Stadt erstellte Mängelliste weist hier erheblichen Sanierungsbedarf auf. Insofern waren Andreas Schäfer und Nils Emde von der Vohwinkeler SPD-Fraktion vorgewarnt, als sie anhand eben dieser Liste einem Großteil der Spielplätze im Stadtteil einen Besuch abstatteten.

Ziel war es, die Anlagen detailliert in Augenschein zu nehmen und zu fotografieren, um das genaue Ausmaß der dortigen Schäden zu erfassen. Das Ergebnis in Form einer 46-seitigen Dokumentation übertrifft aber deutlich die Befürchtungen der beiden Politiker.

„Wir konnten nicht ahnen, dass es so schlimm aussieht“, betont Andreas Schäfer. Die Spielgeräte seien an vielen Stellen völlig marode und deshalb abgesperrt. Das gelte besonders für die Spielplätze Ehrenhainstraße und Stormstraße, wo die großen Klettertürme teilweise schon abgebaut worden seien. „Die Mängelliste des Ressorts Grünflächen und Forsten scheint unvollständig“, erläutert Nils Emde. Aus Sicht der SPD sei die darin enthaltene Kostenschätzung von insgesamt 115 000 Euro viel zu niedrig angesetzt. „Wir gehen eher vom dreifachen Wert aus“, so Andreas Schäfer. Die Sozialdemokraten fordern bezüglich der Mängel dringend Abhilfe durch die Stadt.

Kein funktionierendes Spielgerät
an der Ehrenhainstraße

Die Fotodokumentation war auch Thema bei der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel. Hier äußerte die CDU ebenfalls deutlichen Unmut über den Zustand mancher Spielflächen. „An der Ehrenhainstraße kann das Spielplatzschild gleich mitabgebaut werden, weil es hier gar kein funktionierendes Spielgerät mehr gibt“, sagt Fraktionssprecher Carsten Heß. Er kritisiert, dass Vohwinkel als drittgrößter Stadtteil bei der diesjährigen Liste für die Neugestaltung von Spiel- und Bolzplätzen nicht berücksichtigt wurde. „Angesichts des vorhandenen Sanierungsbedarfs ist das absolut unverständlich“, findet Heß.

Michael Kaiser von der Stadt verwies in der Bezirksvertretung dagegen auf die begrenzten finanziellen Mittel, die für die rund 370 Spiel- und Bolzplätze in Wuppertal bereitstünden. „Rechnerisch sind das rund 2000 Euro pro Anlage,“ so der Abteilungsleiter Grünflächenerhaltung, der für die Pflege und Unterhaltung im Westen des Stadtgebiets verantwortlich ist. Abzüglich der Kosten für Reinigung und der Pflege bleibe pro Spielplatz nicht mehr viel übrig. Daher sei für größere Maßnahmen eine Priorisierung erforderlich, die der Spielflächenbedarfsplan festlege. Dieser könne eben nicht alle Anlagen berücksichtigen. Zudem gebe es immer wieder Probleme mit Vandalismus.

Davon ist auch der Spielplatz Ehrenhainstraße betroffen. Nachdem etwa die Taue der Schaukeln regelmäßig angezündet wurden, schaffte das zuständige Ressort Spielgeräte aus Stahl an. Die Kosten betrugen rund 40 000 Euro. Der Spielplatz wurde bereits vor etwa zehn Jahren mit erheblichen finanziellen Mitteln grundüberholt. Die Investitionskosten betrugen 180 000 Euro.

Um in absehbarer Zeit einen Teil der erforderlichen Sanierungsarbeiten für die Spielplätze in Vohwinkel durchführen zu können, will die Bezirksvertretung dafür ihre Gelder aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz (GfG) zu Verfügung stellen. Dazu sollen gemeinsame Gespräche aller Fraktionen zusammen mit der Verwaltung stattfinden. „Natürlich sind auch unsere Mittel begrenzt, aber das wäre immerhin ein Anfang“, sagt Bezirksbürgermeister Georg Brodmann (SPD). Die CDU-Fraktion möchte mit einem Teil des Geldes allerdings auch die Skateranlage am Homanndamm unterstützen.