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Parkgebühren in Vohwinkel: „Ein ganz klarer Rückschritt“

Parkgebühren in Vohwinkel: „Ein ganz klarer Rückschritt“

Die Einzelhändler laufen Sturm gegen eine mögliche Einführung von Parkgebühren.

Vohwinkel. Parken in Vohwinkel: Das war bislang problemlos und vor allem günstig, denn im Stadtteilzentrum, entlang Kaiser- und Bahnstraße, gilt die Parkscheibenregelung.

Doch den schönen Zeiten droht das Ende - auch über Einnahmen aus Parkgebühren wird in Zeiten des Sparpakets diskutiert. Für Vohwinkels Geschäftsleute wäre die Einführung von kostenpflichtigen Stellflächen "eine Katastrophe", wie einhellig zu hören ist. "Der Stadtteil würde dadurch unattraktiver", findet Vera Luckhardt vom Fachgeschäft Le Corsage: "Ein ganz klarer Rückschritt."

Lange und energisch hatte die Vohwinkeler Werbe- und Einzelhändlergemeinschaft Aktion V in den Neunziger Jahren dafür gekämpft, im Stadtteilzentrum kostenfreies Parken einzuführen - seit 2003/04 gibt es die Parkscheibenregelung. Sie habe das Geschäftszentrum gestärkt, so Aktion V-Vorsitzende Erika Osenberg. "Alle Stadtteile - nicht nur Vohwinkel - leben von der schnellen Erreichbarkeit der Geschäfte." Es handele sich um Nahversorgungszentren, Parkgebühren seien da ein falsches Signal: "Das hieße, dass sich der tägliche Bedarf eklatant verteuern könnte: 50 Cent mehr für ein Stückchen Wurst oder ein Brot, das würde eine völlig unverträgliche Teuerungsrate bedeuten." Auch Buchhändlerin Gesa Jürgensen warnt davor, das freie Parken einzuschränken: Das ist ein Pfund, mit dem Vohwinkel wuchern kann." Es nun aufzugeben wäre eine "besorgniserregend Entwicklung".

Für vollkommen realitätsfern halten die Geschäftsleute den Vorschlag, die Parkgebühren selbst aufzufangen. Angesichts der geringen Gewinnmargen sei ihnen das kaum zuzumuten. "Fakt ist, dass Anwohner bei kostenpflichtigen Stellflächen den Weg zu benachbarten Großanbietern auf der grünen Wiese mit ausreichender kostenloser Parkmöglichkeit wählen werden", sagt Erika Osenberg. Der Ansicht ist auch Christian Feuerstein vom gleichnamigen Haushaltswarengeschäft, und er schlägt vor: "Wenn die Stadt in Vohwinkel wieder bewirtschaftetes Parken einführen will, dann soll sie doch auf dem Lienhardplatz wieder Parkplätze schaffen. Aber die freien Stellflächen auf der Kaiserstraße müssen um Himmels willen bleiben."

Die Vohwinkeler Einzelhändler fragen sich auch, ob Investition in Parkautomaten für die Stadt tatsächlich sinnvoll seien, "wenn dann niemand mehr mit dem Auto zum Einkauf in Vohwinkel kommt". Gesa Jürgensen bringt ihren Ärger auf den Punkt: "Wenn die Stadt meint, in Zukunft mit weniger Gewerbesteuer-Einnahmen auskommen zu können - dann nur weiter so."