Ferien : Kinder werden in Vohwinkel zu Olympioniken

Zu Gast bei der Spielolympiade im Kinder- und Jugendtreff OT Höhe.

Tief herunterbeugen, weit ausholen und mit viel Schwung auf die Leiter werfen. So hat mir der kleine Chebli seine Taktik beim Spiel „Leitergolf“ erklärt. Zusammen mit den anderen Kindern habe ich mein Glück bei einer der vier Stationen der Spielolympiade des Kinder- und Jugendtreffs OT Höhe versucht. Erfolgreich war ich dabei zwar nicht, dennoch hat es viel Spaß gemacht, die mir unbekannte Sportart Leitergolf einmal auszuprobieren. Das Ziel des Spiels ist es, zwei Bälle, die mit einem Band verbunden sind, so auf eine dreistufige Leiter zu werfen, dass sie dort hängen bleiben. Leichter gesagt als getan, doch die Kinder meisterten es so, als hätten sie nie etwas anderes gespielt.

Neben Leitergolf stand bei der Spielolympiade noch Wikingerschach, Bogenschießen und ein Spiel namens „Das rollende Rad“ auf dem Programm. Alle haben sichtlich Spaß dabei und können es kaum erwarten, an die Reihe zu kommen. „Bogenschießen macht mir am meisten Spaß, aber eigentlich ist alles toll hier.“, sagt Chebli, der gerade mit Pfeil und Bogen darauf wartet, auf das Ziel schießen zu dürfen. Auch Sara (10), Nour (11) und Sina (10) gefällt es so gut bei der OT Höhe, dass sie fast jeden Tag in den Ferien, aber auch während der Schulzeit dorthin kommen. In den Sommerferien bietet der Treff täglich ein anderes Programm, sodass für jeden etwas dabei ist. Doch der Ausflug in den Freizeitpark Toverland in Holland war das Beste bisher, da sind sich die drei Mädels einig. Heute flitzen ungefähr 15 bis 20 Kinder durch das Haus und den großen Spielplatz, aber an anderen Tagen sind es nach Einschätzung des Leiters der Einrichtung, Wolfgang, schon mal 40 bis 50. Er sorgt zusammen mit den Betreuerinnen Miriam und Sandra dafür, dass die Punkte richtig aufgeschrieben werden und am Ende der Sieger ermittelt werden kann.

Wie eine große Familie

Der Kinder-und Jugendtreff ist aber nicht nur Bespaßung in den Ferien, sondern für viele Kinder und Jugendliche auch ein zweites zu Hause. Sie verbringen dort einen Großteil ihrer Freizeit, spielen zusammen Fußball, Basketball oder Kartenspiele, kochen und backen gemeinsam oder nehmen auch mal ein Lied im hauseigenen Tonstudio auf. So wie Lukas (19), der zum Jugendtreff kommt seit er sieben ist und inzwischen mit seinen Kollegen in dem Studio rappt.

Wie der Treff das zweite zu Hause ist, so ist Leiter Wolfgang für viele wie ein zweiter Vater. „Er hat einige von uns gerettet. Wäre er nicht gewesen, würden wir jetzt wahrscheinlich auf der Straße rappen.“, sagt Lukas. Wolfang selbst sieht sich eher als Vorbild, der bei dem Treff eine soziale Infrastruktur schafft. Er will den Jugendlichen Verantwortung beibringen, damit sie sich auch um die kleineren Besucher kümmern können.

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