Neue Brückenteile erst im März

Aufgrund schlechten Wetters kommt es bei den Arbeiten am Westring zu Verzögerungen.

Eine deutliche Verzögerung gibt es bei der Anlieferung der neuen Teile für die A 46-Brücke am Westring. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits kurz nach dem Jahreswechsel beginnen. Doch der Zeitplan war laut Landesbetrieb Straßen NRW nicht zu halten.

Voraussichtlicher Liefertermin ist jetzt der März. „Das Wetter war einfach zu schlecht“, teilte ein Sprecher mit. Der wochenlange Regen habe zu Problemen bei den Arbeiten des ausführenden Unternehmens geführt. Bei weiterhin ungünstigen Witterungsbedingungen schließt Straßen NRW auch einen späteren Zeitpunkt nicht aus. Die Verzögerung wurde vom Landesbetrieb erst nach Redaktionsschluss des letzten V-Express’ mitgeteilt. Daher enthielt diese Ausgabe noch die ursprünglich bekanntgegebenen Daten.

Die Lieferung und der Einbau der neuen Brückenteile bleibt für alle Beteiligten eine logistische Herausforderung. Zunächst muss der Bau der Unterkonstruktion und der entsprechenden Widerlager abgeschlossen sein. Anschließend werden die etwa 40 Meter langen Bauteile mit Schwertransportern aus Darmstadt angeliefert. Das passiert an zwei Wochenenden.

Beim ersten Termin erfolgt eine Zwischenlagerung auf einem Gelände am Roggenkamp auf Solinger Gebiet. Die zweite Anlieferung geht laut Stadt direkt an den Westring. Dafür sei eine kurzzeitige Sperrung der Straße notwendig. Ein weiteres Wochenende später erfolgt die Montage. Dafür ist eine Vollsperrung auf dem Westring notwendig. Eine Umleitung wird über die Straße Höhe ausgeschildert. Auch der Busverkehr ist davon betroffen. Im Vergleich zum Abriss der ersten Hälfte der Brücke im Sommer dürften die Arbeiten deutlich verträglicher für Anwohner und Autofahrer ausfallen. Damals wurde dem Bauwerk mit schwerem Gerät zu Leibe gerückt. Besonders die Lärmbelastung während der Nachtstunden hatte einige Kritik ausgelöst. Außerdem machte die enorme Staubentwicklung den Bürgern zu schaffen.

Alois Höltgen von Straßen NRW verspricht, dass sich die Lärmemissionen diesmal in Grenzen halten würden. „Das ist eine völlig andere Situation als beim Abbruch der Brücke“, erklärt er. Für die Stadt und den Landesbetrieb Straßen NRW ist aber auch dieser Teil der Brückensanierung mit großem Aufwand verbunden. Baustellenkoordinator Martin Lorenz verweist auf die Ausmaße der Bauteile, die mit zwei großen Teleskopkränen auf die neue Unterkonstruktion der Fahrtrichtung Dortmund einschwenken sollen. „Außerdem muss der Schwertransporter vom Roggenkamp rückwärts zurück zum Westring fahren“, erläutert Lorenz. An allen drei Wochenenden sichert die Polizei die Transporte.

Die Anwohner sehen die neuen Maßnahmen bisher relativ entspannt. Allerdings wird die Vollsperrung des Westrings kritisiert. Die in der Nähe wohnenden Bürger befürchten außerdem, dass sich die Lärmprobleme vom Sommer 2017 Ende des Jahres wiederholen könnte. Zwischen Oktober und November plant Straßen NRW den Abriss der Brückenhälfte in Fahrtrichtung Düsseldorf.

„Der Ausbau ist natürlich eine Gratwanderung“, sagt dazu Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Es sei nicht einfach, einen zügigen Ausbau mit den Interessen der Anwohner unter einen Hut zu bringen. Gleichwohl müsse das Projekt für die Bürger so verträglich wie möglich ablaufen. Der Neubau der Brücke am Westring ist der erste Schritt zum sechsstreifigen Ausbau der A 46 bis zum Sonnborner Kreuz. Zwischen 30 und 35 Millionen Euro sollen in das Großprojekt fließen. Der Brückenneubau am Westring ist dabei die aufwendigste Maßnahme. Der weitere Ausbau bis zum Sonnborner Kreuz soll bis 2021 beendet sein.