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Wuppertal: Nach Unfall: Kritik am Verkehrs-Nadelöhr

Wuppertal : Nach Unfall: Kritik am Verkehrs-Nadelöhr

Die Verkehrssituation im Vohwinkeler Zentrum ist chaotisch und gefährlich. Stadt und Polizei wünschen Verbesserungen.

Vohwinkel. Für alle Beteiligten war es ein Schock: Vergangene Woche übersah eine 34-jährige Autofahrerin beim Linksabbiegen von der Bahnstraße aus in den Stationsgarten einen 82-jährigen Fußgänger. Es kam zu einer Kollision, durch die der Senior schwere Verletzungen erlitt. Ein Rettungswagen brachte ihn ins Krankenhaus.

Laut Polizei befindet sich der Mann auf dem Weg der Besserung und es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Der Unfall wirft ein bezeichnendes Bild auf die schwierige Verkehrssituation zwischen dem überlasteten Kaiserplatz und dem vielbefahrenen Stationsgarten.

Gerade während der Hauptzeiten reiht sich hier Auto an Auto. Hinzu kommen haltende Busse. Wer mit seinem Fahrzeug links in den Stationsgarten will, muss Geduld haben. Findet sich eine Lücke, wird meist zügig abgebogen. Für die Fußgänger auf den gleich zwei Überwegen im Einmündungsbereich ist das nicht ungefährlich.

Im Stationsgarten selbst sieht es nicht besser aus. Über die relativ schmale Straße fließt der gesamte Verkehr von Akzenta-Parkplatz, zeitlich begrenzter Stellfläche und Park and Ride Platz. Was das heißt, wurde am vergangenen Samstag einmal mehr deutlich. Bei schlechten Sichtverhältnissen durch strömenden Regen quälte sich eine endlose Blechlawine durch beide Zufahrtsrichtungen des Stationsgartens. Um das regelmäßige Verkehrschaos perfekt zu machen, fahren zwischen Autos und Fußgängern auch noch viele Radfahrer, die zur angrenzenden Trasse wollen. „Hier besteht Handlungsbedarf“, urteilt der Leiter der Vohwinkeler Polizeiwache, Gerd Salmikeit.

Die Wache befindet sich direkt im Einmündungsbereich zwischen Stationsgarten und Bahnstraße. Die Beamten haben daher einen guten Blick auf die täglichen Rückstaus. „Die Situation ist problematisch, da der Bereich teilweise sehr unübersichtlich ist“, sagt Gerd Salmikeit. Es gebe hier zwar keinen Unfallschwerpunkt. „Allerdings wäre es durchaus sinnvoll, wenn durch Verkehrsexperten Verbesserungsmöglichkeiten aufgezeigt werden könnten“, findet der Wachleiter.

Für diesen Wunsch hat Thorsten Wagner von der Stadt durchaus Verständnis. „Es gibt hier durchaus Optimierungsbedarf“, räumt der Abteilungsleiter für Verkehrslenkung und Straßennutzung ein. Eine akute Gefährdung für Fußgänger liege aber nicht vor.

Die Verwaltung will die Situation nochmals prüfen und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen. „Gerade die schwächeren Verkehrsteilnehmer müssen natürlich geschützt werden“, sagt Thorsten Wagner. Eine einfache Lösung werde es aber nicht geben.

Auch Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) fordert die Stadt zum Handeln auf. „Es muss dringend etwas geschehen“, lautet seine Meinung. Sonst sei es bis zum nächsten Unfall nur eine Frage der Zeit.

Auch Fragemann befürchtet allerdings, dass es keine „goldene Lösung“ gebe. Eine verkehrliche Verbesserung wird gerade zukünftig gefragter denn je sein. Durch die Bauvorhaben im Vohwinkeler Zentrum werden auch die Fahrzeugströme zunehmen. Allein am ohnehin stark überlasteten Kaiserplatz ist laut Planern in absehbarer Zeit eine Zunahme des Verkehrsaufkommens von 17 Prozent zu erwarten. Damit es hier nicht zum Kollaps kommt, könnte eine mögliche Verbesserung sein: dass es langfristig zu einem Linksabbiegeverbot aus der Gräfrather Straße kommt. Zudem sollen die Grünphasen für Fußgänger verkürzt werden.

Aus der Lienhardstraße in die Bahnstraße werden zudem Autofahrer nach Abschluss der Baumaßnahmen wahrscheinlich nur noch rechts abbiegen können. „Notfalls werden wir uns auch mit solch unbequemen Alternativen auseinandersetzen müssen“, sagt Thorsten Wagner. Er hofft aber, dass diese so verträglich wie möglich ausfallen.