Kostenloser Kindertrödel - die besten Plätze sind schnell weg

Kostenloser Kindertrödel - die besten Plätze sind schnell weg

Vohwinkel. Das richtige Gespür beim Feilschen, eine optisch reizvolle Anordnung der Waren und natürlich das möglichst lautstarke Anpreisen des Angebots. Was die großen Flohmarktexperten für einen erfolgreichen Verkaufstag beachten müssen, können die kleinen Trödelfans schon lange.

Bis zu 300 Kinder machen jedes Jahr beim Flohmarktspektakel mit und legen sich dabei genauso ins Zeug wie die Erwachsenen.

Für die Kinder gibt es Flächen auf den Schwebebahnschürzen und in den Nebenstraßen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Doch es gilt wie so oft beim Festwochenende die Regel: Wer die besten Plätze haben will, muss früh aufstehen. Imad (12) und Sam (10) sind bereits alte Hasen und waren schon viermal dabei. In diesem Jahr werden sie von ihrem neunjährigen Freund Ayuob unterstützt.

Verkauft werden Spiele, Bücher, Spielzeug oder Hörkassetten. Dabei wissen die pfiffigen Knirpse genau, worauf es ankommt, um viel Aufmerksamkeit zu bekommen. „Die Spiele müssen nach vorne, in die Mitte kommen Bücher und die großen Sachen werden nach hinten gepackt“, erklärt Imad. Denn gerade Brett- oder Computerspiele laufen nach seiner Erfahrung besonders gut. Wichtig sei außerdem, die Leute mit Rufen anzulocken. „Da muss man am Ball bleiben“, sagt Imad.

Kommt es zum Verkaufsgespräch, ist beim Feilschen Fingerspitzengefühl gefragt. „Man muss handeln, aber der Preis darf nicht zu stark nach unten gehen“, erklärt Sam. Mit diesem Rezept waren die beiden Freunde bisher erfolgreich und das siebenstündige Ausharren hat sich jedes Mal gelohnt. „Das macht total Spaß“, freut sich Sam. Die Einnahmen werden gespart oder fließen in den Kauf neuer Computerspiele — die sich beim nächsten Flohmarkt wieder verkaufen lassen.

„Wir finden es toll, dass so viele Kinder mitmachen und mit entsprechendem Eifer bei der Sache sind“, sagt Andreas Schäfer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine. Er und seine Mitstreiter halten die Flächen für die Kleinen frei und greifen sofort ein, falls sich Erwachsene breitmachen.

Allerdings verweist die AGVV darauf, dass die Kinderstände nur an den vorgesehenen Plätzen zugelassen sind. Durch die strengeren Sicherheitsvorschriften nach dem Love-Parade-Unglück müssen die Organisatoren alle Fluchtwege freihalten.

„Wir haben keinen Spielraum“, erklärt Schäfer. Damit es keine Tränen gibt, bittet er die Eltern, auf den Nachwuchs entsprechend einzuwirken. Zudem werde auf die Altersgrenze von 14 Jahren geachtet. Nach unten gibt es aber keine Vorgaben.

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