Kein Herz für Radfahrer?

Im vergangenen Jahr sorgten demarkierte Radwege für Unmut.

Im Frühjahr hatte die Stadt im Vohwinkeler im Norden Vohwinkels mehrere Radwegeschilder entfernt. So am Vohwinkeler Feld und an der Waldkampfbahn. Die Wege waren nur noch für Fußgänger beschildert. Radfahrer mussten die Straße benutzen. Das stieß auf Kritik, auch, weil laut Anwohnern und Radfahrern dort viele Fahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs seien. Norina Peinelt, städtische Beauftragte für den nicht-motorisierten Verkehr verwies damals dagegen auf das neue Radkonzept der Kommune. Danach müssen Radwege mindestens zwei Meter breit sein. „Es fehlen in diesem Fall zwar nur 20 Zentimeter, aber durch den angrenzenden Grünstreifen und den damit verbundenen Überwuchs wird der Weg noch schmaler“, begründete sie die Entscheidung. Außerdem gebe es noch weitere Kriterien, die für eine Demarkierung gesprochen hätten. „Im Fall der Waldkampfbahn handelt es sich um eine Tempo- 30-Strecke, an der nach heutiger Rechtslage kein Radweg notwendig ist“, sagte Peinelt im Frühjahr.

Im April schalteten sich auch die Stadtteilpolitiker in die Debatte ein. Während die CDU-Fraktion die Bürgerkritik teilte, unterstützten die Grünen die Entscheidung der Stadt, sprachen sich aber für Schutzstreifen auf der Fahrbahn aus.

Eine Lösung in der Diskussion zeichnete sich erst im Herbst ab. Danach sollen die demarkierten Radwege künftig zumindest wieder eingeschränkt nutzbar sein. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, den früheren Radweg am Vohwinkeler Feld bergwärts freizugeben. Entsprechend soll auch an der Waldkampfbahn verfahren werden.

Dafür hatte sich die Vohwinkeler CDU-Fraktion nach einem Ortstermin starkgemacht. Eine Benutzungspflicht ist in beiden Fällen nicht vorgesehen. „Das ist ein guter Kompromiss“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister Steffen Hombrecher (CDU). Er begrüßt ausdrücklich das Entgegenkommen der Stadt. Gleichwohl hätte sich Hombrecher eine frühzeitige Einbindung der Bezirksvertretung gewünscht. Bergwärts könnten Fahrradfahrer bei Gegenverkehr derzeit schlecht überholt werden. „Das schafft eine zusätzliche Gefahrensituation“, erklärt der CDU-Politiker. Red