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Kalk: Protest gegen die Halden auf Schöller

Kalk: Protest gegen die Halden auf Schöller

Heute diskutiert die Bezirksvertretung über die Erweiterung der Kalkwerke Oetelshofen.

Schöller. Nach wie vor umstritten sind im Wuppertaler Westen die Erweiterungspläne der Kalkwerke Oetelshofen. Das Unternehmen braucht dringend neuen Platz für die bei der Kalksteingewinnung anfallenden Erdmassen. Im Bereich Schöller und Holthauser Heide sollen deshalb zwei 20 bis 30 Meter hohe neue Abraumhalden entstehen. Diese rücken zum Teil bis zu 60 Meter an die Wohnbebauung heran.

Die Anwohner fürchten dabei eine erhebliche Lärm- und Staubentwicklung. Die Firma Oetelshofen betont dagegen die Funktion der neuen Halden als Außenwall mit Schutzfunktion vor Sprengungen.

Heute wird in der Vohwinkeler Bezirksvertretung, Rubensstraße4, ab 18.30 Uhr, ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren diskutiert. Die Politiker können darüber zwar nicht entscheiden, aber eine Empfehlung abgeben. "Wir nehmen die Sorgen der Anwohner ernst", sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann. Bei der Sitzung soll die Verwaltung zum Thema Auskunft geben. Auch eine Stellungnahme der Bürger ist geplant.

Hier haben sich zwei unterschiedliche Strömungen entwickelt: Im Bereich Holthauser Heide und Bellenbusch setzt ein Bürgernetzwerk auf eine Kompromisslösung mit den Kalkwerken. "Für uns ist der Dialog wichtig, und wir glauben, dass sich die Probleme gemeinsam lösen lassen", sagt Sprecher Peter Thüns. Es habe nach seiner Aussage bereits gemeinsame Treffen gegeben.

Wesentlich kritischer ist dagegen die Stimmung bei der Bürgerinitiative aus Schöller. "Die Pläne bedeuten einen massiven Eingriff in den Landschaftsschutz und mindern erheblich unsere Lebensqualität", erklärt Anwohner Werner Hackenitz. "Natürlich ist ein Kompromiss für uns denkbar, aber dafür müsste sich die Firma Oetelshofen bei den strittigen Fragen wirklich bewegen", ergänzt Nachbarin Joan Mokroß.

Derweil hofft auch Kalkwerke-Geschäftsführer Jörg Iseke auf eine einvernehmliche Lösung mit allen Bürgern. Um die Anwohner auch während der Bauphase zu schützen, soll es vor den Halden einen weiteren Wall geben. Doch auch Iseke kann durch die lange Laufzeit von bis zu 20 Jahren zusätzlichen Lärm und Staub nicht ausschließen. Entschieden werden muss auch noch über den Erwerb weiterer Flächen. Diese gehören unter anderem der Evangelischen Kirchengemeinde Schöller. "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und werden mit den Verhandlungen erst nach einer Lösung mit den Anwohnern beginnen", sagt Jörg Iseke. Notfalls könne man das Vorhaben aber auch ohne diese Flächen umsetzen.