Kaisermeile: Angst um den Lienhardplatz

Kaisermeile: Angst um den Lienhardplatz

Die Bürger befürchten, dass die geplante Randbebauung nicht realisiert wird.

Vohwinkel. Sie ist endgültig vom Tisch, die im großen Stil geplante Kaisermeile. Die Investoren gehen nach dem Ausstieg von Kolk-Geschäftsführer Claus Schulz getrennte Wege. Schulz möchte auf seinem Gelände eigene Pläne verwirklichen und dort einen Verbrauchermarkt ansiedeln.

Der Wülfrather Bauunternehmer Uwe Clees hält an der Entwicklung des ehemaligen Gebhardgebäudes fest und plant dort einen Kaufland-Supermarkt. Dieser ist im Stadtteil umstritten. Vielmehr wünschen sich viele Bürger und Politiker eine zügige Umsetzung der von Clees ebenfalls zugesagten Lienhardplatz-Randbebauung.

Doch die Kopplung beider Vorhaben wird schwerer. Grund ist die Überarbeitung des Verfahrens. Zwei neue Bebauungspläne regeln künftig den Bereich zwischen Kaiserstraße und Lienhardstraße. Sie lösen den alten Gesamtplan ab, der auch die Randbebauung am zentralen Stadtplatz umfasste. Diese ist jetzt ein gesonderter Teil des Vorhabens. Dadurch kann sich die Stadt weiterhin Steuerungsmöglichkeiten für die Flächen vorbehalten.

Die rechtliche Absicherung der Clees-Pläne ist komplizierter geworden. Darauf weist auch Wolfram Röhrig vom Ressort Bauen und Wohnen hin. Nach seiner Aussage seien verschiedene Klauseln für die Verträge denkbar. „Eine Garantie gibt es wahrscheinlich nicht“, sagte er in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV).

Der Verwaltungsexperte stellte die neuen Bebauungspläne und die damit verbundenen Auswirkungen vor. Bürger und Politiker befürchten, dass Uwe Clees nach der Realisierung des Kauflands den Lienhardplatz auf die lange Bank schiebt. Dieser hatte wiederholt beteuert, auf jeden Fall beides zügig umsetzen zu wollen. Darauf wies auch Mathias Conrads von der CDU-Fraktion hin. „Wir müssen dem Investor auch etwas Vertrauen entgegenbringen. Wenn Clees aber den Lienhardplatz wirklich nicht macht, dann dürfte er keinen Fuß mehr nach Vohwinkel setzen“, sagte Conrads.

Dagegen reichen für Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann Absichtserklärungen nicht aus. Das sieht auch SPD-Fraktionssprecher Georg Brodmann so. „Die Verträge müssen in dieser Hinsicht so gut es geht abgesichert werden“, erklärte er.

Das Verfahren steht noch am Anfang. Die BV kann nur eine Empfehlung abgeben. Die Entscheidung fällt am 3. Juli im Ausschuss für Stadtentwicklung. Anschließend folgt die Beteiligung von Bürgern und Behörden. Wie es dann weitergeht, ist noch unklar. Uwe Clees möchte zumindest die maroden Gebäude am Lienhardplatz möglichst noch in diesem Jahr abreißen lassen. ebi

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