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Horst Hombrecher: Der Admiral geht von Bord

Horst Hombrecher: Der Admiral geht von Bord

Horst Hombrecher nimmt Abschied aus der aktiven Politik. 30 Jahre lang hat er die Geschicke Vohwinkels begleitet.

Vohwinkel. Es ist diese tiefe und sonore Stimme, an der man bei unzähligen politischen Sitzungen auch ohne aufzuschauen den Sprecher sofort erkannte. Wenn Horst Hombrecher mit sattem Bass das Wort ergriff, konnte er sich der Aufmerksamkeit seiner Zuhörer gewiss sein. So war es auch in der Vohwinkeler Bezirksvertretung, als der Christdemokrat seinen Rückzug aus der aktiven Politik erklärte. Damit endet für ihn eine mehr als 30-jährige Laufbahn als Ratsmitglied, Bezirksvertreter und Angehöriger zahlreicher Ausschüsse.

Hombrecher gehört zu den letzten politischen Urgesteinen Vohwinkels. Engagiert, direkt, manchmal auch unbequem, aber immer um das Wohl des Stadtteils bemüht. "Ein Mann mit Ecken und Kanten, auf dessen Wort immer Verlass war", betont Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann. Auch Oberbürgermeister Peter Jung würdigte die Verdienste des 71-Jährigen, auf dessen Kompetenz und Erfahrung er nur ungern verzichtet.

Doch Horst Hombrecher wollte keine erneute Kandidatur. "Ich möchte den jüngeren Kräften den Weg bahnen", sagt er und weiß, wovon er spricht. Mit Anfang 20 bereits übernahm er als Marineoffizier selbst viel Verantwortung. In Südamerika, Guatemala, am Amazonas und in der Karibik war er unterwegs und stieg schnell zum Kommandeur von Kriegsschiffen auf. Das brachte ihm später den Spitznamen "Der Admiral" ein. Mit einem Schuhkarton voll vom Sold gesparten Dollarscheinen, kaufte der junge Kapitänsleutnant in der Heimat sein erstes Auto. "Der Verkäufer hat vielleicht Augen gemacht", erzählt Horst Hombrecher schmunzelnd.

HorstHombrecher, Bezirksvertreter

1967 wechselte er ins zivile Berufsleben und wurde Personalchef. Im Kölner Hauptgeschäft der Kaufhof AG war er Mitte der 70er Jahre für rund 3000 Mitarbeiter zuständig. Gleichzeitig trat er in die CDU ein und engagierte sich in der Politik. "Das hat mich von frühester Jugend an interessiert", so Hombrecher. 1979 wurde er in die Bezirksvertretung gewählt und übte sofort das Amt des Fraktionssprechers aus. Mehrere Wahlperioden war er zudem stellvertretender Bezirksvorsteher. Ab 1997 gehörte Horst Hombrecher dem Stadtrat an. "Ich habe die Interessen Vohwinkels dort immer nachdrücklich vertreten", betont der Christdemokrat.

Oftmals tat er das auch gegen Widerstände der eigenen Fraktion. Zu vielen Themen hat er einen wichtigen Beitrag geleistet. Ob beim Bau des Lienhardplatzes in den 90er Jahren, bei der Erstellung des auch für Vohwinkel wichtigen Einzelhandelskonzepts oder der Ansiedlung von Gewerbe. Horst Hombrecher war immer mit Leidenschaft bei der politischen Arbeit.

"Ich habe die Aufgaben angenommen, die mir gestellt wurden und ich wollte nie mehr erreichen als ich wirklich konnte", fasst Hombrecher den wichtigsten Grundsatz seiner politischen Philosophie zusammen.

Noch bis zum nächsten Frühjahr will er sein langjähriges Amt als ehrenamtlicher Richter fortführen und sich dann endgültig ins Privatleben zurückziehen. "Ich denke dankbar zurück", resümiert der bekannte Politiker.