Vohwinkel: Gutachten weckt Hoffnung für Sanierung des Goetheplatzes

Vohwinkel: Gutachten weckt Hoffnung für Sanierung des Goetheplatzes

Absackungen auf der Spielfläche ließen sich für 100 000 Euro beseitigen. Arbeiten sollen in den Haushalt 2020/21 eingeplant werden.

. Neue Perspektive für den Goetheplatz: Wie die Stadtverwaltung in der Bezirksvertretung Vohwinkel mitteilte, liegen die Ergebnisse des Bodengutachtens vor, das die Stadt vor einem Jahr in Auftrag gegeben hatte. Danach kann der Untergrund mit speziellen Maßnahmen stabilisert werden. Dazu gehört der Einbau sogenannter Geogitter. Damit sollen weitere Absackungen abgefangen werden. Knackpunkt ist allerdings die Finanzierung. Die Kosten für den Gittereinbau und die entsprechenden Bodenarbeiten werden von der Stadt auf rund 100 000 Euro geschätzt. Hinzukämen die Investitionen in den Spielplatz selbst.

Seit 2014 können die Spielgeräte im westlichen Teil der Fläche nicht mehr genutzt werden. Hintergrund der Sperrung mit Bauzäunen sind Absackungen auf dem Gelände, die im Zuge von Kanalbauarbeiten auftraten. Bei einer Benutzung bestehe laut Stadt immer noch ein hohes Risiko, so dass der Spielplatz nicht freigegeben werden kann. „Wir hoffen, dass wir die Maßnahme in den Haushalt 2020/21 aufnehmen können“, sagt Annette Berendes, städtische Ressortleiterin für Grünflächen und Forsten. Die Arbeiten würden dann zeitnah umgesetzt. Andernfalls bleibe der Spielplatz auch weiterhin nicht nutzbar. „Wir müssten dann die Bauzäune durch feste Absperrungen ersetzen“, erklärt Berendes. Das sei aber natürlich keine gute Lösung.

Für den Ankerpunkt müssten Bäume gerodet werden

So sieht es auch Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). „Wir appellieren dringend an die Verantwortlichen, der Aufnahme in den Haushalt zuzustimmen“, betont er. Es sei bereits zu viel Zeit ohne konkretes Ergebnis vergangen. Tatsächlich war selbst die Erstellung des Bodengutachtens mehrere Jahre an der finanziell schwierigen Situation der Kommune gescheitert.

Auch die Politiker der Vohwinkeler Bezirksvertretung befürworten die Maßnahme ausdrücklich. „Es gibt dazu keine wirkliche Alternative“, sagt auch Experte André Michelis vom zuständigen Ressort. Der Untergrund am Goetheplatz weise eine schwierige Gemengelage auf. Dazu gehören Ausspülungen und Verkarstungen des Kalksteins. Auch Hohlräume seien nicht auszuschließen. Zudem verlaufe rund zwölf Meter unter dem Spielplatz ein Stollen, der vermutlich im zweiten Weltkrieg angelegt wurde. Dessen Stabilität werde zwar regelmäßig von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Betreiber geprüft und stelle daher kein Sicherheitsrisiko dar. „Allerdings wirkt der Stollen zusammen mit den möglichen Hohlräumen wie eine Draenage“, erläutert André Michelis. Das sorge für zusätzliche Ausspülungen des Kalksteins.

Die Stadt hat bezüglich der Finanzierung der geplanten Maßnahmen bereits Gespräche mit der BImA geführt. Die Hoffnung bezüglich einer Beteiligung der Bundesbehörde sei allerdings nicht besonders hoch. „Daher kommt auch eine Verfüllung aus Kostengründen nicht infrage“, stellt Michelis klar. Dafür wären Investitionen von mehr als einer Million Euro notwendig. Beim engmaschigen Geogitter werde dagegen nur die oberste Bodenschicht von 80 Zentimetern abgetragen. Darüber komme ein Schotterbelag, ein zweites Gitter, und weiterer Schotter. Im Fall von künftigen Absackungen sei dann nur noch eine leichte Trichterbildung von höchstens 15 Zentimetern zu erwarten. Nachteil der Methode ist allerdings, dass für das Gitter eine Art Anker über den bisher abgesperrten Bereich hinaus notwendig ist. Laut Stadt müssen dann die dortigen Bäume und Sträucher gerodet werden.

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