Gemeinden planen gemeinsame Zukunft

Die evangelisch-reformierte Gemeinde in Schöller bekommt keinen eigenen Pfarrer mehr — und fusioniert nun mit Gruiten.

Die Gemeinden Schöller und Gruiten werden künftig näher zusammenrücken. Ab 2019 ist ein Zusammenschluss geplant. Dafür fanden bereits Sondierungsgespräche statt. Erste Beschlüsse werden Anfang des kommenden Jahres erwartet.

Bis Ende 2018 wird in der Evangelisch-Reformierten Gemeinde im Nordwesten Vohwinkels laut Presbyterium alles beim alten bleiben. Auch danach soll es Gottesdienste und ein aktives Gemeindeleben geben. Hintergrund der geplanten Fusion ist der im Sommer erfolgte Wechsel von Pfarrerin Barbara Schröder-Möring in eine andere Gemeinde. Bereits zuvor hatten die zuständigen Kirchenbehörden dem Presbyterium signalisiert, dass es eine Neubesetzung der Pfarrstelle nicht geben werde.

„Die Kirchengemeinde ist mit rund 300 Mitgliedern zu klein, um einen eigenen Pfarrer zu haben“, erklärt Jürgen Fritz, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Gemeinde Schöller. Dieser wurde 2002 gegründet, um durch Mitgliedsbeiträge und Spenden den Erhalt der Pfarrstelle zu sichern.

An den Personalkosten beteiligte sich der Verein mit bis zu 10 000 Euro jährlich. Das Finanzierungskonzept funktionierte bisher, weil der Pfarrer von Schöller lange Jahre auch Dozent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal war. 2012 fiel der Lehrauftrag allerdings weg. Der Wechsel von Barbara Schröder-Möring besiegelte dann endgültig den Verlust der Selbstständigkeit.

„Natürlich ist das traurig, gerade bei einer so traditionsreichen Gemeinde“, sagt Presbyteriumsvorsitzender Jürgen Buchholz. Der Superintendent des Kirchenkreises Niederberg leitet das Kirchengremium in Schöller seit dem Weggang der Pfarrerin. „Wir müssen aber nach vor schauen“, sagt Buchholz. Es gebe einen soliden Zeitplan und vorerst keine spürbaren Veränderungen für die Gemeindemitglieder. „Gruiten und Schöller haben viele Gemeinsamkeiten, so dass sich eine Zusammenarbeit anbietet“, sagt der Presbyteriumsvorsitzende.

Dazu gehören für ihn die relativ kurze Entfernung von knapp vier Kilometern und die ebenfalls evangelisch-reformierte Ausrichtung der Gemeinde Gruiten mit knapp 2000 Mitgliedern. „Die Gottesdienste in Schöller sollen auch über 2018 hinaus regelmäßig stattfinden“, erklärt Jürgen Buchholz. „Allerdings wird das wahrscheinlich nicht an jedem Sonntag möglich sein“, ergänzt der stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Martin Bäßler. Es komme auch darauf an, wie die Gottesdienste angenommen würden.

Bäßler sieht in der Fusion eine Chance zur Belebung der Gemeinden. Durch bereits vorhandene Synergieeffekte seien unter anderem Konzerte, Lesungen oder andere Veranstaltungen in den Gotteshäusern möglich. „Auch eine Zusammenlegung der Chöre ist denkbar“, sagt Martin Bäßler. Der gute Wille aller Gemeindemitglieder zur Zusammenarbeit sei vorhanden.

Geklärt werden muss in Schöller allerdings noch die langfristige Zukunft des Gemeindehauses. Das Pfarrhaus wird seit einigen Wochen privat vermietet. Auch der Förderverein will sich weiterhin für die Gemeinde engagieren. In der jüngsten Mitgliederversammlung wurde eine entsprechende Änderung der Satzung beschlossen.