Erntedankfest - Besucheransturm auf das Gut zur Linden

Leben auf dem Bauernhof : Erntedankfest führt zu Besucheransturm auf das Gut zur Linden

Rund 2000 Besucher strömten zum Gut zur Linden. Das führte zum Verkehrschaos auf den umliegenden Straßen.

. Eigentlich ist der Vohwinkeler Westen eine ruhige Ecke. Das ändert sich allerdings alle zwei Jahre beim Erntedankfest auf dem Gut zur Linden. Auch am vergangenen Mittwoch erwies sich die Großveranstaltung an der Wuppertaler Stadtgrenze als absoluter Publikumsmagnet. Mehr als 2000 Besucher strömten in das weitläufige Gelände der Landwirtsfamilie Bröcker – Verkehrschaos inklusive. Denn für die Straßen war der Besucheransturm eine große Herausforderung. Durch beidseitig parkende Autos wurde etwa die Straße Zur Linden auch für Fußgänger zum Nadelöhr. Hier kam es zu mehreren Blechschäden, die von der Polizei aufgenommen wurden. Die Veranstalter hatten zwar einen großen Parkplatz im Bereich Simonshöfchen mit einer entsprechenden Beschilderung eingerichtet, aber „den haben leider nicht alle Besucher genutzt“, erklärte Carsten Bröcker.

Ansonsten zeigte sich der Mitorganisator aber zufrieden mit dem Verlauf und dem Interesse am Erntedankfest. Bereits der Eröffnungsgottesdienst sei sehr gut besucht gewesen. Auf dem Gut zur Linden erfuhren die Gäste dann, wie der Alltag für Mensch und Tier auf dem Bauernhof in der heutigen Zeit aussieht. Dabei wurde auf unterhaltsame und anschauliche Weise über Themen wie Landwirtschaft, Natur, Wald und Forst informiert. Natürlich durfte auch eine große Auswahl von heimischen Produkten nicht fehlen. Frisch zubereitete regionale Spezialitäten verwöhnten den Gaumen. Das Interesse war riesig, so Bröcker. Für ihn sei das eine „tolle Bestätigung“, zumal der Aufwand enorm sei. „Wir müssen das im laufenden Betrieb vorbereiten“, erläuterte er. Das sei eine Mammutaufgabe, die eine lange Vorlaufszeit brauche. Das sei auch der Grund, weshalb das Erntedankfest nur alle zwei Jahre stattfindet.

Insgesamt packten rund 30 Helfer mit an. Eine zusätzliche Hürde war für sie das regnerische Wetter am Vortag. Glücklicherweise zeigte sich beim Fest selbst die Sonne. So konnten die Gäste sich in aller Ruhe Käse, Gemüse und Dinkelbrot schmecken lassen oder aber ein Stück des Ochsen, der erstmals am Spieß gebraten wurde. „Der wiegt mehr als 450 Kilo und kommt natürlich aus unserer hofeigenen Produktion“, erklärte Carsten Bröcker.

Lob gab es vom Vizepräsidenten der Landwirtschaftskammer NRW

Frisch gestärkt konnten die Zuschauer dann kunstvolle Holzbilder bestaunen, die von Profis mit der Motorsäge gestaltet wurden. Auch Technikfans kamen bei der Ausstellung landwirtschaftlicher Fahrzeuge auf ihre Kosten, während die Kinder sich auf Strohburgen austoben oder mit Mini-Baggern im Sandberg buddeln konnten. Eine Ausfahrt mit der Pferdekutsche war ebenfalls reizvoll.

„Es ist wirklich beeindruckend, was hier alles auf die Beine gestellt wurde“, sagte Martin Dahlmann, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer NRW und Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann. Er würdigte den Einsatz aller Beteiligten beim Erntedankfest und freute sich ebenfalls über die große Resonanz. „Es ist wichtig, dass die Menschen mit solchen Aktionen an das Thema Landwirtschaft herangeführt werden.“ Dieser direkte Kontakt sei in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich. Ein großes Lob für die Veranstaltung gab es auch von Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD).

Derweil schauten die Rinder in den Ställen dem Trubel mit stoischer Ruhe zu. Hier informierte Mitarbeiter Moritz Kölsch über die Aufzucht der bis zu 800 Kilo schweren Tiere. Besonders die Kinder machten angesichts der stattlichen Bullen große Augen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung