Die Christus-Figur ist zurück

Nach der Restaurierung wurde die Skulptur wieder aufgestellt.

Vohwinkel. Am Ende ist der Christusfigur noch ein Rundum-Blick über das Friedhofsgelände vergönnt. Damit das Gewinde unter der Statue richtig greifen kann, muss sie auf ihrem Sockel um die eigene Achse gedreht werden. Für die Helfer bedeutet das Bewegen der 350 Kilo schweren Galvanoplastik vollen Einsatz.

Vom Anheben mit dem Radlader bis zur endgültigen Positionierung ist Maßarbeit gefragt. Da kommt es auf jeden Zentimeter an. Schließlich passt alles perfekt. Nach mehr als einem halben Jahr steht die denkmalgeschützte Christusfigur wieder an ihrem gewohnten Platz im unteren Teil des Evangelischen Friedhofs an der Ehrenhainstraße.

Im vergangenen Herbst musste sie zu Restaurationszwecken abgebaut werden. Eingedrungenes Wasser hatte Schäden verursacht. Die Reparatur erfolgte in Rheinbach bei Bonn. „Wir freuen uns zusammen mit den Friedhofsbesuchern, dass wir die Figur wiederhaben“, sagt Pfarrerin Sylvia Wiederspahn. Das gute Stück hatte viele Jahrzehnte lang Wind und Wetter getrotzt.

Abgebildet ist Jesus mit weiter Robe und ausgebreiteten Armen. Genau dort lag auch das Problem. „Im Bereich der Arme haben sich im Lauf der Zeit kleine Risse in der Außenhaut aus Kupfer gebildet“, erklärt Metallrestaurator Alexander Justen. Dadurch drang bei Regen Wasser ein.

Das ist nach Aussage des Experten problematisch für den Gipskern, der durch eine Eisenkonstruktion stabilisiert wird. Außerdem musste der Restaurator den rechten Arm der Plastik abnehmen und ihn komplett entkernen. Dabei wurde eine Kupferarmierung eingesetzt.

Auch die Finger waren stark beschädigt und teilweise abgefallen. „Das bedeutete eine besondere Herausforderung“, sagt Justen. Zur aufwendigen Reparatur gab es keine Alternative. „Durch Rost oder Eisbildung ist eine solche Figur im schlimmsten Fall dann nicht mehr zu retten“, erläutert Justen.

Damit die Statue nach der Restaurierung möglichst wie vorher aussieht, wurde die Außenhülle im Bereich der Risse verlötet, blieb aber sonst erhalten. „Das Ergebnis ist toll geworden“, sagt der Baukirchmeister der Evangelischen Gemeinde Vohwinkel, Wilfried Bernert. Um der Christusfigur einen würdigen Platz zu geben, wurde vor ihrem Platz neues Pflaster mit Sitzblöcken aus Granit angelegt. Auch die angrenzende Mauer ist restauriert worden. „Wir hoffen, dass die Statue viele weitere Jahre erhalten bleibt“, sagt Wilfried Bernert.