Die Bedeutung der Reformation

Bekannte Vohwinkeler formulieren ihre Gedanken zum Jubiläum.

Vohwinkel. Auch die Gemeinden des Wuppertaler Westens feiern das Reformationsjubiläum. Am 31. Oktober findet dazu in der evangelischen Kirche Gräfrather Straße ein Festgottesdienst statt. Hier soll zudem der ökumenische Gedanke betont werden. Verantwortliche und Mitglieder aller Gemeinden von Vohwinkel über Sonnborn bis nach Varresbeck haben ihre Teilnahme zugesagt. In einem ökumenischen Arbeitskreis wird derzeit theologisch an der Gestaltung des Gottesdienstes gearbeitet.

„Die Reformation als weltgeschichtliches Ereignis mit unglaublichen Folgen bis heute braucht auch auf lokaler Ebene eine Würdigung“, sagt Pfarrer Frank Beyer von der Evangelischen Gemeinde Vohwinkel. Er und viele Beteiligte des Gottesdienstes haben sich Gedanken darüber gemacht, was 500 Jahre Reformation für sie persönlich bedeuten. „Für mich heißt das, auf andere zuzugehen, so dass wir vertrauensvoll und mit viel Liebe die Welt gestalten können“, sagt Beyer. Seine Vohwinkeler Kollegin Britta Scholz sieht in der Reformation die „Offenheit für Veränderung und den Auftrag, Glaube immer wieder auf andere Weise zu vermitteln.“

Der stellvertretende Vohwinkeler Bezirksbürgermeister Steffen Hombrecher (CDU) verweist auf den berühmten Leitsatz Luthers „Hier stehe ich und kann nicht anders“, der auch für ihn zum Lebensmotto geworden sei. „Gott schenkt mir die Freiheit für persönliche Entscheidungen und die Kraft für meine Überzeugungen auch gegen Widerstände einzustehen.“ Für die Vohwinkeler Presbyteriumsvorsitzende Sylvia Wiederspahn heißt Reformation, dass Frauen in der evangelischen Kirche gleichberechtigt sind. „Leider hat die Umsetzung ziemlich lange gedauert.

Pfarrerin Lisa Weise aus dem Stadtteil fühlt sich allein dem Gewissen vor Gott verpflichtet: „500 Jahre Reformation bedeuten für mich 500 Jahre Mündigkeit und selbstständiges Denken.“

Frank Beyer, Pfarrer

Vohwinkels BezirksbürgermeisterHeiner Fragemann (SPD) sieht in der Reformbewegung den Aufbruch in die Moderne. „Bei aller Kritik an einigen seinen Einlassungen haben wir bis heute die Verpflichtung, Luthers Gedanken von Freiheit in Verantwortung zu leben und zu verbreiten“, sagt Fragemann.

Kreiskantor Achim Maertins verweist auf das musikalische Erbe der Reformation. „Wir blicken auf 500 Jahre evangelische Kirchenmusik von Johann Walter, Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Hugo Distler und Enjott Schneider zurück. Maertins wünscht sich außerdem „Offenheit für die großartige Kirchenmusik unserer Schwesterkirchen“. Für den Vorsitzenden des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Sonnborn, Frank Römpke, bedeutet Reformation, „dass ich als Ehrenamtlicher Kirche mitgestalten und Verantwortung übernehmen kann“.

Pastor Matthias Stempfle von der Landeskirchlichen Gemeinschaft Varresbeck fühlt sich von Gott ohne Bedingungen angenommen: „Ich muss niemandem mehr etwas beweisen und kann gerade deshalb für andere da sein.“. Für Udo Schemann von der Vohwinkeler Kindertafel ist die Reformation eine „alltägliche Erinnerung und Besinnung auf Gottes Wort“. Gemeindemitglied Albert Sandig aus Sonnborn möchte das Positive aus 500 Jahren Reformation „bei mir und in der Kirche mit Leben füllen“. Auch im Katholischen Pfarrverband Wuppertaler Westen ist die Kirchenbewegung Luthers durchaus eine Inspiration. „Reformation bedeutet für mich den Mut zu haben, immer wieder nachzudenken“ sagt Elisabeth Gondolf, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates St. Mariaä Emfpängnis.