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Wuppertal: Charlotte Brinkmann: Zum Studium nach St. Andrews in Schottland

Wuppertal : Charlotte Brinkmann: Zum Studium nach St. Andrews in Schottland

Charlotte Brinkmann studiert seit vier Jahren an der schottischen Universität — wo schon Prinz William seine Kate kennenlernte. Die 22-jährige Vohwinkelerin wollte nach einem Besuch zu Schulzeiten unbedingt nach Schottland zurück.

Vohwinkel. Einen Prinzen hat Charlotte Brinkmann in St. Andrews noch nicht gefunden. Die sind bekanntlich auch eher rar. Die 22-jährige aus Vohwinkel studiert seit vier Jahren an der University of St. Andrews. In der kleinen Stadt an der Ostküste Schottland hat Prinz William 2005 seinen Abschluss gemacht, hier lernte er auch seine Frau Catherine, genannt Kate, kennen.

Foto: Brinkmann

„Die Uni macht keine Werbung mit den beiden berühmten Studenten“, sagt Charlotte Brinkmann. Die Studentenzahlen hätten sich dennoch nach dem Studium von Willian und Kate verdoppelt. Besonders aus des USA kämen viele Studenten nach St. Andrews. Auch die Stadt schmücke sich mit dem royalen Paar. Ein Café nutze es zum Beispiel für Eigenwerbung: Hier haben sich William und Kate auf einen Kaffee verabredet.

Die Idee, in Schottland zu studieren, hatte Charlotte Brinkmann schon früh. „Ich habe mich bereits als Kind in Schottland verliebt“, sagt die Vohwinklerin. In der elften Klasse verbrachte sie ein Jahr in Mussleburgh, nördlich von Edinburgh. In diesem Jahr habe sie dort alles gefunden, was sie erwartet hatte: nette Leute, eine schöne Landschaft und die schottische Kultur. „Danach war klar: ich will zurück nach Schottland“, sagt die 22 Jahre alte Studentin.

Nach dem Abitur in Wuppertal habe sie sich an allen schottischen Universitäten beworben und landete schließlich in St. Andrews, das etwa 100 Kilometer von Edinburgh entfernt liegt. Sie entschied sich für das Studium der Molekularbiologie. „Die liegt an der Schnittstelle von Genetik, Mikrobiologie und Biochemie“, versucht Charlotte Brinkmann Laien ihr Studienfach zu erklären. Ihre Bachelorarbeit schreibt sie über Viren.

Auch nach vier Jahren in Schottland ist sie begeistert von ihrem Studienort. „Die Schotten sind ein nettes Völkchen mit tollen Traditionen“, schwärmt die 22-jährige. Am 25. Januar findet zum Beispiel die Byrne’s Night statt. An diesem Abend wird dem schottischen Nationalpoeten Robert Burns gedacht.

Dazu wird ein Gedicht über die schottische Spezialität Haggis vorgelesen, dann wird die Speise angestochen, die aus dem mit Innereien gefüllten Magen eines Schafes besteht. Anschließend wird Cèilidh getanzt, ein schottischer Gesellschaftstanz. Auch an der Uni gibt es Traditionen: wie der sogenannte Pier Walk, bei dem die Studenten in ihren roten Roben über den Steg am Meer laufen.

Doch schon jetzt ist klar, dass Charlotte nur noch bis zum Sommer in Schottland studieren wird. „Den Master werde ich wahrscheinlich in Schweden oder in Deutschland machen“, sagt sie. Für den Master müsste sie in Großbritannien Studiengebühren zahlen.

Für ein Bachelorstudium entfallen diese, weil sie EU-Bürgerin ist. „Mit dem Brexit könnte sich das aber für Studenten aus der EU ändern“, befürchtet Charlotte Brinkmann. Sie schätzt, dass dann ein Studium in Schottland mit bis zu 15 000 Euro pro Jahr zu Buche schlägt.

Obwohl sie nur im Sommer und Weihnachten für längere Zeit nach Wuppertal kommt, trainiert sie immer noch im Vohwinkeler STV Rhönradturnen. Am Dienstag ist sie mit anderen 18 Teilnehmerinnen nach Hongkong geflogen. Die Rhönradturnerinnen sind eingeladen worden, heute anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes aufzutreten.