Buslinie 683 fährt in Wuppertal mit Batteriestrom

Mobilität : Bus der Linie 683 fährt jetzt elektrisch zum Bahnhof

Oberleitungsfreier Teil ab der Rubensstraße wird jetzt mit Batteriebetrieb statt mit Dieselmotor zurückgelegt.

. Für die Stadtwerke Solingen (SWS) ist es ein weiterer wichtiger Beitrag zur Elektromobilität. Vier neue Batterie-Oberleitungsbusse (BOB) sind in der Nachbarkommune im Einsatz. Anders als die bisherigen Bussen fahren sie auch abseits des Oberleitungsnetzes zu 100 Prozent elektrisch. Ein Diesel-Hilfsaggregat ist nicht mehr notwendig. Davon profitiert auch Vohwinkel. Ein BOB-Fahrzeug verbindet auf der Linie 683 den oberleitungsfreien Teil der Strecke zwischen der Rubensstraße und dem Bahnhof Vohwinkel. Dadurch entstehen im Stadtteilzentrum weniger Abgas- und Lärmemissionen.

„Die neue Technik hat viele Vorteile für die Umwelt“, erläutert SWS-Sprecherin Silke Rampe. Jeweils vier Batterien an Bord der Busse speichern den Strom für die relativ kurzen Streckenabschnitte ohne Oberleitungen. Probleme mit den Akkus habe es laut den SWS bisher nicht gegeben. Mit schnellabsenkenden Stromabnehmern soll auch der Fahrplan optimal eingehalten werden können. Zwar ist der Vohwinkeler Anteil an der O-Bus-Elektromobilität durch den Einsatz von vorerst nur einem Fahrzeug noch bescheiden. Die geplante Anschaffung von 16 weiteren Bussen dieser Art könnte das ändern. Auf welchen Streckenabschnitten diese künftig eingesetzt werden, ist allerdings noch offen.

Grundsätzlich böte eine komplette Umstellung auf Elektrobetrieb zwischen der Rubensstraße und dem Bahnhof Vohwinkel einiges an Potenzial. Im Kostenstreit zwischen den Stadtwerken Wuppertal und Solingen rechneten die SWS vor vier Jahren vor, dass ihre Busse durch den Anschluss an den Bahnhof mehr als 30 000 Kilometer pro Jahr mehr auf Wuppertaler Gebiet zurücklegen würden. Langfristig ist die zusätzliche Strecke daher für das Thema Elektromobilität alles andere als eine Kleinigkeit.

BOB verbindet Umweltschutz
mit attraktivem Nahverkehr

Von der Vohwinkeler Politik wird das Pilotprojekt der Solinger Stadtwerke befürwortet. „Das freut uns sehr und ist ein Schritt in die richtige Richtung“, sagt Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD). Seiner Meinung nach sei dies ein gutes Beispiel für die Verbindung von Umweltschutz und attraktivem Nahverkehr. Für die Vohwinkeler Politik hat der Streckenanschluss an den Bahnhof eine wichtige Bedeutung. Fragemann und sein Gräfrather Amtskollege Udo Vogtländer (SPD) hatten sich seinerzeit stark dafür eingesetzt. Die knapp ein Kilometer lange Lücke zwischen der damaligen Endhaltestelle Rubensstraße und dem Bahnhof war für viele Pendler ein echtes Ärgernis. Sie mussten hier entweder umsteigen oder zu Fuß gehen. Für den Anschluss gab es allerdings einige Hürden zu überwinden. Voraussetzung war unter anderem die entsprechende Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Planung und Umsetzung dauerten mehrere Jahre.

Seit Ende 2014 macht die Linie 683 hier regulär Station – jetzt mit Elektroantrieb. „Das ist eine sehr gute Nachricht, es wäre schön, wenn es langfristig nicht nur bei einem Bus bliebe“, sagt Gerhard Schäfer von der Vohwinkeler Grünen-Fraktion. Diese hatte sich auf der Strecke schon länger einen Umstieg von Diesel- auf Batterietechnik gewünscht. Für umweltfreundliche Mobilität hat der Stadtteil schon länger einiges zu bieten. Im Zentrum treffen sich – wenn sie denn fährt – die Schwebebahn, der Einstieg zur Nordbahntrasse und eben die O-Bus Linie 683. Diese Besonderheit wurde zuletzt durch einen Besuch von Thore Schölermann im Rahmen der Klima Expo NRW gewürdigt. Der Fernsehmoderator machte im Wuppertaler Westen Station und lobte den Beitrag Vohwinkels für klimaschonenden Nahverkehr.

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