Besinnliches rund um die Kirche

Beim fünften Weihnachtsmarkt im Stadtteil ging es gemütlich zu. Die Vohwinkeler erfreuten sich an Glühwein, Würstchen und Deko.

Weiches Licht schimmert aus den Kirchenfenstern, vor der Kirche erklingt leise Weihnachtsmusik und über allem schwebt der Duft von Glühwein, Plätzchen, Punsch und Würstchen. Eine Trompete erklingt, Stimmen heben an. „Wir sagen euch an, den lieben Advent, sehet die erste Kerze brennt“, tönt es aus hunderten Kehlen. Die Vohwinkeler eröffneten ihren Weihnachtsmarkt, der in diesem Jahr zum fünften Mal stattfand — wie immer traditionell am ersten Adventswochenende.

„Hausherr“ Pfarrer Dirk Baumhof begrüßte die Gäste: „Der Beginn des Weihnachtsmarktes bedeutet, das Jahr neigt sich dem Ende zu. Viele Menschen wollen nun Zeit in geselliger Runde verbringen.“ Der Vohwinkeler Markt bietet dazu eine gute Gelegenheit. Es sei immer schön, zu sehen, wie gut die Arbeitsgemeinschaft Vohwinkeler Vereine (AGVV) und die Gemeinde Hand in Hand arbeiten. Pfarrer Baumhof wünschte allen eine hoffnungsfroh Zeit vor Weihnachten und vor allem eine ruhige Zeit, auf die das Zitat von Karl Valentin nicht zutrifft: „Wenn die stille Zeit vorüber ist, wird es auch wieder ruhiger.“

Auch Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann (SPD) verwies auf die ruhigen, besinnlichen Wochen: „Wir leben in bewegten Zeiten, da gibt es ein Gefühl der Sicherheit, wenn man weiß es gibt eine Zeit, in der es ruhiger wird. Hier gibt es keine Sondierungsgespräche, wie man dieser Tage nun begehen soll“, sagte Fragemann und hatte die Lacher auf seiner Seite. Sein Dank galt nicht nur dem Hausherrn und der AGVV, sondern auch der Werbegemeinschaft Aktion V, die sich ebenfalls am Weihnachtsmarkt beteiligte und die GEMA-Gebühren übernommen hatte. Und schon jetzt verwies der Bezirksbürgermeister auf den 30. November 2018: „Dann stehen wir wieder hier, denn dann ist das erste Adventswochenende 2018 und der Weihnachtsmarkt wird wieder eröffnet.“ Ob diese Prophezeiung ein Angebot an die AGVV war, sich an der Finanzierung zu beteiligen, ließ er offen.

Nicole Stöcker, Vorsitzende, über die passenden kühlen Temperaturen.

Denn das ist und bleibt das leidige Problem: Der Weihnachtsmark trägt sich nicht selbst, die Arbeitsgemeinschaft ist auf finanzielle Unterstützung von Sponsoren angewiesen. „In diesem Jahr haben wir deshalb auch die Hütten von einem anderen Anbieter gemietet, der ein günstigeres Angebot gemacht hat“, erklärte Nicole Stöcker, Vorsitzende der AGVV. Bei der Auswahl der Aussteller haben die Organisatoren wie immer auf eine bunte Mischung geachtet. „Wir haben von allem etwas, es sollte für jeden Besucher etwas dabei sein.“ Und einmal mehr passte auch das Wetter: „Wenn wir von der AGVV eins können, dann Wetter“, sagte Nicole Stöcker lachend. Pünktlich zum Weihnachtsmarkt gingen die Temperaturen nach unten, so dass der Glühwein besonders gut schmeckte.

Leckereien gab es nicht nur für die zweibeinigen Besucher: Am Stand der Johanniter wurden, wie schon im vergangenen Jahr, selbstgebackene Hundekuchen verkauft. Neben Leberwurst und Käsecracker gab es mit Minze eine neue Geschmacksrichtung. „Auf den Packungen ist zwar ein Hund abgebildet, aber sicherheitshalber stellen wir die Hundekekse weit weg von den Weihnachtsplätzchen“, erklärte Manuela Bernard mit einem Augenzwinkern.

Zum ersten Mal beim Weihnachtsmarkt dabei war das Sticklädchen — Magic Factory Stitch. „Wir sind vor anderthalb Jahren ins Kurbad eingezogen“, erläuterte Hans Hahn. „Mit unserem Stand auf dem Weihnachtsmarkt wollen wir Präsenz zeigen.“ Mit einer großen Stickmaschine veredelte Hahn Handtücher. Natürlich passend zum Stadtteil mit dem Vohwinkeler Fuchs.

Ausgefallene Handarbeiten gab es auch an den Ständen der FEG Westring und von Martina di Benedetto. Die Freie evangelische Gemeinde verkaufte Fröbelsterne, Marmelade und gehäkelte Schäfchen für einen guten Zweck. „Früher gab es ein Handarbeitskreis, inzwischen machen wir kurz vorher einen Aufruf und dann fangen alle an zu basteln, zu backen und Marmelade zu kochen“, sagte Gerlinde Reinke.

Bei Martina di Benedetto waren es dagegen gehäkelte Einhörner, die die Augen der Kunden zum Leuchten brachten. Gleich zwei Stück hatte sie in der ersten halben Stunde verkauft, um das dritte und letzte buhlten gleich mehrere Weihnachtsmarktbesucher. Der Einhorn-Trend macht eben auch vor Vohwinkel nicht halt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung