Ballons zeigen den Weg der Abgase

Mit einer Aktion protestieren Anwohner gegen die Pläne für ein Asphaltmischwerk. Die Politik steht aber weiter hinter dem Projekt.

Dornap. Der Wind hat aufgefrischt und zerrt an den noch festgemachten Ballons. Rund 100 Stück reihen sich zu beiden Seiten des Feldwegs westlich der oberen Bahnstraße. Angesichts ihrer schwarzen Farbe wird schnell deutlich, dass es sich hier nicht um die Dekoration einer Feier handelt. Der Anlass ist weit weniger fröhlich. Die Ballons sollen die Emissionen des geplanten neuen Asphaltmischwerks in Dornap symbolisieren. Das Baugelände befindet sich einige hundert Meter entfernt. Als die Bänder der Ballons schließlich gelöst werden, fliegen sie nach Südwesten - genau in Richtung des Vohwinkeler Zentrums. „Das ist die übliche Windrichtung“, erklärt Horst Watermeier, Vorsitzender des IG Frischluft.

Der Verein hat die Aktion am vergangenen Wochenende organisiert, um über die möglichen Auswirkungen der Anlage zu informieren. Der Termin stieß auf breite Resonanz der Teilnehmer. Nach wie vor befürchten die Bürger durch das neue Asphaltmischwerk eine Einschränkung ihrer Lebensqualität. Hintergrund ist vor allem die höhere Kapazität der Anlage. Sie soll rund 60 Prozent mehr Produktionsleistung als das alte Asphaltmischwerk aus den 50er Jahren haben. „Es gibt ein ganzes Paket von Problemen für uns“, sagt Anwohner Kurt Kaißner.

Neben Lärm und der optischen Beeinträchtigung sind es vor allem die Abgase, die ihm und den anderen Nachbarn Sorge bereiten. „ Wir sind ja mit der viel befahrenen Bahnstraße bereits stark belastet“, betont Sabine Schmidt. Besonders der Ausstoß von Quecksilber und die geplante Befeuerung mit Braunkohlestaub seien nach ihrer Meinung nicht mehr zeitgemäß.

Auch das Thema Geruchsbelästigung spielt für die Anwohner eine große Rolle. Sie verweisen auf den diesbezüglichen Ärger mit dem Asphaltmischwerk in Nächstebreck. „Damit beschäftigen wir uns schon lange und die Situation dort ist sehr unbefriedigend“, sagt CDU-Ratmitglied Eckhard Klesser, der auch stellvertretender Vorsitzender im Umweltausschuss ist. Diese Entwicklung müsse in Dornap unbedingt vermieden werden.

Gleichwohl plädiert der Vohwinkeler Politiker für einen pragmatischen Ansatz. „Für uns ist es wichtig, dass das Verfahren öffentlich und transparent ist“, sagt Klesser. Ähnlich sieht es Bürgermeisterin Bettina Brücher (Grüne). „Wir wollen das Werk in Dornap nicht grundsätzlich verhindern, aber unsere Erfahrungen in Nächstebreck sind nun mal sehr problematisch“, lautet die Meinung der Umweltausschussvorsitzenden. Die Sorgen der Anwohner bezeichnet sie als nachvollziehbar. „Wir werden beim weiteren Verfahren deshalb sehr genau hinschauen“, sagt Brücher. „Dabei sollten die Möglichkeiten der Filtertechnik möglichst voll ausgeschöpft werden“, ergänzt ihre Kollegin Ilona Schäfer von der Grünen Ratsfraktion.

Die Anwohner bleiben trotzdem skeptisch. „Beim Werk in Nächstebreck wurden bestimmt auch alle Vorschriften eingehalten und es riecht dort trotzdem“, sagt Kurt Kaißner. Er weist außerdem darauf hin, dass das Werk in Dornap ähnlich wie in Nächstebreck in einer Senke liege, was für den Abzug der Emissionen ungünstig sei.