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Afrikanischer Schulleiter besucht die Pina-Bausch-Gesamtschule

Kooperation : Afrikanischer Schulleiter besucht die Pina-Bausch-Gesamtschule

Eine Musikpartnerschaft besteht von Vohwinkel bis nach Uganda.

Musik überwindet alle Grenzen. Das beweist ein Austauschprojekt zwischen der Africa Music School und der Pina-Bausch-Gesamtschule Vohwinkel. Anlass war eine größere Spende von gebrauchten Instrumenten aus dem Stadtteil. Sie sollen möglichst bald an die Einrichtung in Uganda verschickt werden. Jetzt gab es einen Besuch des dortigen Schulleiters in der Gesamtschule. Weitere Kontakte sollen folgen.

„Ich freue mich sehr, dass ich hier sein kann, und möchte mich im Namen aller meiner Schüler ganz herzlich für die Instrumente bedanken“, sagt Francis Kalema. Er absolviert ab der kommenden Woche über ein weiteres Austauschprogramm einen pädagogischen Lehrgang im fränkischen Kronach. Zuvor stand ein Aufenthalt in Wuppertal ganz oben auf seiner Wunschliste. „Die Spende bedeutet uns viel und die Kinder sind überglücklich, dass sie dadurch bald mehr Möglichkeiten haben“, erzählt Kalema. In Uganda sei es gerade für bedürftige Menschen äußerst schwierig, an Instrumente zu kommen.

Dabei hilft jetzt die Pina-Bausch-Gesamtschule. Sie verschickt insgesamt vier Tuben, zwei Trompeten, zwei Euphonien, zwei Querflöten, eine Klarinette und ein Saxophon. Die Instrumente wurden für die ersten Orchesterklassen in Vohwinkel angeschafft und sind schon etwas älter, aber durchaus noch spielfähig. „Wir prüfen derzeit, wie wir sie am besten nach Uganda bekommen“, sagt Musiklehrer und Schulorchesterleiter Georg Frericks. Das sei aufgrund der instabilen Verhältnisse vor Ort nicht ganz einfach, daher gebe es derzeit Gespräche mit Entwicklungshilfeorganisationen.

Kontakt soll in den sozialen
Netzwerken vertieft werden

Über die Spende hinaus sind weitere partnerschaftliche Aktionen geplant. So soll der Kontakt in den sozialen Netzwerken vertieft werden. Auch Online-Konzerte sind vorgesehen. Ob über den jetzigen Besuch hinaus in Zukunft auch persönliche Kontakte stattfinden, bleibt allerdings noch offen. „Die Idee, dass wir über das Internet Schulkonzerte zwischen Wuppertal und Uganda übertragen können, ist aber bereits sehr spannend“, findet der Vohwinkeler Schulleiter Jörg Merbecks.

Auch sein afrikanischer Kollege ist begeistert über die Partnerschaft. „Musik macht einen großen Unterschied und kann viel Positives bewirken“, betont Francis Kalema. Er selbst ist dafür das beste Beispiel. Der heute 30-Jährige wuchs in bitterer Armut auf den Straßen von Kampala auf. Durch eine glückliche Fügung kam er mit der Welt der Töne in Berührung und erlernte mehrere Blechblasinstrumente. „Das hat mir ein neues Leben ermöglicht“, erzählt Kalema.

Diese Chance möchte er auch seinen jungen Schützlingen in der Africa Musik School vermitteln. Viele kommen ebenfalls aus armen Verhältnissen und werden von der Einrichtung zum Teil mit Lebensmitteln versorgt. „Unsere Schüler sind äußerst motiviert“, berichtet Francis Kalema.

Diese Perspektive ist aus Sicht von Georg Freriks wichtig für die deutschen Schüler. Ihnen werde dadurch eindrucksvoll vermittelt, dass eine musikalische Ausbildung alles andere als selbstverständlich und ein echtes Privileg ist. An der Pina-Bausch-Gesamtschule beteiligen sich über 90 Schüler am Orchesterprojekt. Sie erlernen schon ab der fünften Klasse Blas- und Schlaginstrumente. In den ersten zwei Jahren ist der Unterricht verpflichtend. Anschließend können die Kinder und Jugendlichen freiwillig weitermachen.

Viele Schüler und ihre Eltern entscheiden sich besonders wegen der musikalischen Ausbildung für die Gesamtschule. „Eine musikalische Betätigung hat nachweislich positive Effekte auf den sonstigen Lernerfolg“, betont Schulleiter Jörg Merbecks