Städtebau: Die Lokalpolitiker wollen keine Experimente

Städtebau: Die Lokalpolitiker wollen keine Experimente

Bezirksvertretung: Verwaltung stellt Forschungsprojekt vor.

Oberbarmen/Wichlinghausen. Unverhofft kommt oft. Das hat jüngst die Stadt Wuppertal erlebt, als sie plötzlich an einem Forschungsprojekt des Bundes teilnehmen sollte, für das die Verantwortlichen eine eher allgemeine Bewerbung eingereicht hatten. Mit „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ war das Thema in einer Vorlage der Stadtverwaltung überschrieben, was bei einigen Politikern der Bezirksvertretung Oberbarmen, in der das Projekt gerade vorgestellt wurde, für Irritationen sorgte.

„Ich will nicht, dass hier irgendwas herumexperimentiert wird, wenn alte Häuser wieder aufgebaut werden“, monierte beispielsweise Heinrich Bieringer, Sprecher der CDU. Da konnte Jutta Schultes von der Verwaltung Entwarnung geben. Zwar sei das Bundesbauministerium an der Erforschung von neuen Konzepten interessiert, aber wirkliche Bauvorhaben gebe es keine.

Vielmehr solle es darum gehen, herauszufinden, wie Firmen und private Stiftungen in die Entwicklung von Stadtbezirken einbezogen werden könnten. „Partnerschaften stärken — neue Partner gewinnen“ lautet der konkrete Titel des Feldversuchs, für den das Ministerium Gelder zur Verfügung stellt. Gerade im Bereich Oberbarmen/Wichlinghausen, in dem mit dem Förderprogramm „Soziale Stadt“ einiges bewegt werden soll, setzt die Stadt nun auf das Engagement von Stiftungen und Unternehmen und will die Ergebnisse dieser Kooperationen dem Bund zur Verfügung stellen.

Mit im Boot sind das Jobcenter, die Winzig-Stiftung und die Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft. Wuppertal ist eine von sieben Städten, die an dem Bundesforschungsprojekt teilnimmt, und die einzige aus Nordrhein-Westfalen. jnw

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