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Zukunft des Bandwirker-Bades bleibt ungewiss

Zukunft des Bandwirker-Bades bleibt ungewiss

Bis Jahresende ist der Betrieb gesichert — doch trotz einer finanziellen Erfolgsmeldung ist das Bad noch lange nicht gerettet.

Ronsdorf. Von diesem Schuldenabbau können die EU-Staaten nur träumen: Das Bandwirker-Bad stand noch bis vor Kurzem mit 500.000 Euro in der Kreide. Allerdings nur „virtuell“, denn diese Summe hatte die Stadt als voraussichtliches Defizit für ein Jahr ausgerechnet. Nach Übernahme des Bades hat die Betreibergesellschaft „BaRon“ neu gerechnet — und kam auf ein jährliches Defizit von nur noch 105.000 Euro. Dass davon jetzt nur noch 40.000 übrig sind, ist eine Erfolgsmeldung, die das Bandwirker-Bad aber noch lange nicht rettet.

Denn die 65.000 Euro, die in den vergangenen sechs Monaten abgebaut wurden, stammen zu einem großen Teil aus einmaligen Spenden. Bleiben die im kommenden halben Jahr aus, kann es bis zum Jahresende eng werden. Trotzdem gibt sich Jürgen Windgassen, Vorsitzender des Fördervereins Bandwirker-Bad, zuversichtlich: „Wir werden nicht aufgeben, bis es gar nicht mehr geht. Und sicher wird das Bad auch im nächsten Jahr offen sein.“

Neben Spenden und den Beiträgen der 650 Mitglieder des Fördervereins versucht der Verein auch weiter auf anderen Wegen Geld in die Kasse des Bades zu holen: Aqua-Sportkurse speziell für Firmen sind bereits ein Erfolgsmodell, Werbeflächen im Bad wurden vermietet und mit einer Wassergewöhnung für Kindergärten kümmert man sich auch um die Nachwuchsarbeit.

Eine kuriose Spendenaktion gibt es am 1. September auf dem Nürburgring: Bei „Sportler helfen“ werden zwei Ronsdorfer an einem 24-Stunden-Rennen teilnehmen — auf dem Fahrrad. Firmen und Privatpersonen können dieses Rennen als Sponsoren unterstützen und für jeden gefahrenen Kilometer einen Cent an das Bad spenden. Der Förderverein will auch die kalkulierbaren Einnahmen weiter erhöhen: „Unser Ziel sind 1000 Mitglieder“, sagt Windgassen.

Doch auch die kleinen Einnahmen sind für den Erhalt des Bades wichtig: So konnte auch das Sommerfest am vergangenen Wochenende als Erfolg verbucht werden. Mit einer Kung Fu-Show, dem Gospelchor „Lucky Tones“ und einem Ronsdorfer Schotten inklusive Dudelsack wurde den zahlreichen Besuchern ein abwechslungsreiches Programm geboten. Ein solches Fest spült zwar keine großen Summen in die Vereinskasse, „aber jeder Euro zählt“, weiß Jürgen Windgassen.

Dies gilt besonders vor dem Hintergrund, dass die Finanzlücke — sollte sie in diesem Jahr geschlossen werden können — ab dem 1. Januar 2013 wieder bei etwa 105.000 Euro stehen wird.