Wuppertal Extrem-Sportler radeln für das Kinderhospiz

Sportlich für den guten Zweck : 1174 Runden für das Kinderhospiz

Martin Cieklinski und Maik Kaufmann waren auf ihren Mountainbikes fünf Stunden für den guten Zweck unterwegs

. „Sportler helfen“ heißt die zehn Jahre alte Initiative von Martin Cieklinski und Maik Kaufmann, und um das zu schaffen, machen beide gern „bekloppte“ Sachen. Man erinnere nur an das „Unterwasser-Spinning“ zugunsten des Ronsdorfer Bandwirkerbades. Und für Sonntag hatten die Extremsportler wieder etwas ausgeknobelt. Auf dem Gelände und mit der Hilfe von Autozulieferer Brose in Ronsdorf an der Otto-Hahn-Straße wurde seit Freitag mit fünf Lkw-Aufliegern eine Art Wagenburg aufgebaut, die mittels Holzbrettern zu einem recht engen Parcours verbunden wurden. Den wollten die beiden auf ihren Mountainbikes „Rad an Rad“ 1000 Mal umrunden und dafür einen Spendenscheck von Brose zugunsten des Bergischen Kinder-und Jugendhospizes „erstrampeln“.

Das hört sich recht simpel an, hat aber seine Tücken, wie Heiko Heise, Geschäftsführer und Leiter des Ronsdorfer Brose-Werks, anmerkte. „Auf der Proberunde haben die beiden sich erst mal daher gelegt.“ Ein Grund, die Strecke am Sonntagmorgen um 10.10 Uhr nicht in vollem Tempo anzugehen, zumal beide zur gleichen Zeit hintereinander fuhren. Angefeuert wurde das konditionsstarke Duo im schwarz-neongrünen Dress von den zahlreichen Besuchern, die im Laufe des Vormittags auf dem Gelände eintrudelten. 50 Runden in den ersten zwölf Minuten verhießen, dass das gesteckte Ziel in den vorgesehenen fünf Stunden wohl geschafft werden würde. „Das Schwierige dabei ist, dass das Runden drehen natürlich eintönig ist, dass aber wegen der engen Kurven die Konzentration nie nachlassen darf“, so Pressesprecherin Nina Däumig. Das bewahrheitete sich, als Maik Kaufmann sich kurz ablenken ließ, die Wand touchierte und stürzte. Zum Glück ohne weitere Folgen. Es ging munter weiter.

Am Ende stand auf dem Scheck eine Summe von 10 000 Euro

Sich für die gute Sache zu quälen, ist eine bevorzugte Freizeitbeschäftigung von Maik Kaufmann, dem selbstständigen Elektronik-Techniker und Martin Cieklinski, der den hiesigen Standort der Spedition Dürholz betreut, die die Lkw zur Verfügung gestellt hatte. Etwa 20 Sponsoren unterstützen die beiden Vollblut-Athleten, von denen – selbstverständlich wieder für den guten Zweck – Cieklinski nach zehnmonatiger Vorbereitung den Barcelona-Triathlon bewältigt hat. Weitere kraftraubende Strapazen, denen sich Cieklinski und Kaufmann unterzogen, und im Laufe der Jahre 100 000 Euro an Spendengeldern „eingefahren“ wurden, sind ein Fünf-Stunden-Spinning auf einem Lkw oder ein 24-stündiges Mountainbike-Rennen durch ein Wuppertaler Autohaus. Angesichts dessen gab es auch kaum Zweifel, dass die 1000 Runden in der veranschlagten Zeit absolviert werden würden. Genau so war es: Um 14.30 Uhr waren die 1000 Runden absolviert, aber die beiden fuhren munter weiter, und als um 15.10 Uhr die fünf Stunden abgelaufen waren, da standen 1174 Runden auf der elektronischen Anzeige.

Riesenbeifall brandete von der bestens gestimmten Fangemeinde auf, die dann – so wie die beiden Mega-Radler – noch lauter jubelte, als Heiko Heise die Spendensumme für das Kinderhospiz verkündete. „10 000 Euro passen doch bestens zu dem zehnjährigen Engagement der beiden Jungs“, verkündete Heise. „Ein Hammer“, entfuhr es Maik Kaufmann, „dafür wäre ich auch noch länger gefahren“. Und Martin Cieklinski gestand: „So groß war die körperliche Anstrengung gar nicht, aber man muss immer konzentriert sein. Man darf nicht einmal ins Publikum gucken. Deshalb wusste ich auch gar nicht, wer alles da unten stand.“

Zusammen mit ihrer radelnden Fangemeinde ging es dann zum Bergischen Kinder- und Jugendhospiz. Mit dabei – selbstverständlich auf Rädern – Martin Cieklinski und Maik Kaufmann. „Dann kriegen wir endlich mal wieder etwas anders zu sehen als die fünf Stunden lang nur Wände und Bretter“, lautete ihr Motto.

Mehr von Westdeutsche Zeitung