Verschönerungsverein will Militärgelände zurück

Verschönerungsverein will Militärgelände zurück

Die Mitglieder des Verschönerungsvereins stimmen ab.

Ronsdorf. Es ist der Traum des Ronsdorfer Verschönerungsvereins, und jetzt könnte er in Erfüllung gehen: die Rückgewinnung eines elf Hektar großen Geländes nördlich der Parkstraße. 1941 hatte die Wehrmacht dem Verein das Areal abgenommen. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb es in militärischem Besitz, zuletzt nutzte es die Bundeswehr. Seit Jahrzehnten bemühen sich die Vereinsverantwortlichen um den Rückkauf. „Es ist unser großer Wunsch“, sagt der aktuelle Vorsitzende Bernd Drache. Die Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) seien jetzt so weit fortgeschritten, dass ein unterschriftsreifer Vertrag vorliege. Den möglichen Kaufpreis möchte Drache nicht nennen, zumal es noch weitere Interessenten gebe.

Sein Verein dürfte allerdings gute Chancen haben. Jetzt müssen noch die 691 Mitglieder ihre Zustimmung geben. Am kommenden Donnerstag hat Drache um 19 Uhr zur Versammlung ins Christliche Altenheim, Friedenshort 80, eingeladen. Der Vorsitzende bleibt gelassen. Eine einfache Mehrheit reicht. „Natürlich gibt es Kritiker, aber vor fünf Jahren haben wir schon einmal abgestimmt — mit einer klaren Mehrheit für den Kauf.“ Damals meldete allerdings die Stadt noch Ansprüche an. „Das hat sich aber längst erledigt“, so Drache.

Nun also der nächste Anlauf des Vereins und diesmal soll es klappen. Wenn die Mitglieder die Zustimmung geben, könnte vielleicht sogar schon in diesem Monat der Verkauf über die Bühne gehen, hofft Drache. Bis zum Winter soll die Umgestaltung des Areals abgeschlossen sein. „Aus militärischem Gelände soll ein Erholungswald werden“, kündigt Drache an.

Das passt auch zum Leitziel des vor 142 Jahren gegründeten Vereins: die Erhaltung von bedrohten Wäldern und Schaffung von Naherholungsgebieten. Das ehemalige Militärgelände soll deshalb auf das bereits bestehende Niveau der Ronsdorfer Anlagen gebracht werden.

„Zuerst muss die Verkehrssicherheit hergestellt werden“, sagt Drache. Desweiteren sollen die Wege hergerichtet werden, Bänke dazu aufgestellt werden. Auch die Diskussion über einen möglichen Ausbau der L 419 hat Drache dabei im Blick. „Wir brauchen dann einfach eine Brücke über die Parkstraße“, betont der Vorsitzende. Nur so sei eine gute Verbindung zwischen den verschiedenen Teilen der Ronsdorfer Anlagen garantiert.

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