Verfolgungsjagd: Mehr als zwei Jahre Haft

Verfolgungsjagd: Mehr als zwei Jahre Haft

2008 hatte ein 31-Jähriger mit seiner Flucht vor der Polizei für einen Großeinsatz im Stadtteil gesorgt. Jetzt urteilte das Gericht.

Ronsdorf. 20 Streifenwagen, zwölf Hundestaffeln, ein Hubschrauber und ein Spezialeinsatzkommando - für die Polizei war der Einsatz in der Nacht zum Samstag, den 5.Januar 2008 in Ronsdorf alles andere als Routine. Auslöser dieser imposanten Verfolgungsjagd, die die Polizisten über mehr als zwölf Stunden durch den Stadtteil führte, war ein damals 31-jähriger Ronsdorfer.

Der musste sich jetzt wegen dieses Vorfalls vor dem Amtsgericht verantworten und wurde wegen wiederholten Fahrens ohne Führerschein und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Begonnen hatte die aufsehenerregende Fahrt relativ alltäglich. An der Erbschlöer Straße - ganz in der Nähe der Polizeibezirksdienststelle - hatte der 31-Jährige in jener Nacht mit seinem silberfarbenen Chrysler Cherokee einen derartigen Kavaliersstart hingelegt, dass eine Streife sich sogleich an seine Fersen geheftet hatte. Doch statt anzuhalten, hatte der Mann, der bereits einschlägig wegen Fahrens ohne Führerschein in Erscheinung getreten war, Gummi gegeben. Aus Panik, wie er vor Gericht bekundete.

Die Flucht führte den heute 33-Jährigen durch die Straßen In der Krim, Kurfürsten- und Staubenthaler Straße. In der Parkstraße geriet sein Cherokee dann ins Schleudern und landete auf dem Grünstreifen. Doch statt aufzugeben, begann Teil zwei des Dramas. Zwei Polizeibeamte näherten sich dem Flüchtigen mit gezogener Waffe - wie diese Waffe schließlich im Auto des Mannes landete, das vermochten die Polizisten in ihrer Aussage vor Gericht auch nicht zu erklären. Abgeknöpft hatte der Verkehrssünder den Beamten die Waffe aber wohl nicht, der erstaunt berichtete, wie das Schussgerät an seinem Kopf vorbei flog und auf den Beifahrersitz landete. Endgültig in Panik, floh der Mann, der in Bochum einen Hausmeisterservice betreibt, samt Waffe über den Scharpenacken.

Den Cherokee fand die Polizei kurz darauf - jedoch ohne Fahrer und ohne Dienstwaffe, weswegen sich ein Spezialeinsatzkommando vor der Wohnung des Flüchtigen postierte. Doch der war derart panisch, dass er in der Nacht noch bei seinem Anwalt anrief und um Rat bat. "Mein Mandant hatte die Waffe an der Düsseldorfer Straße versteckt - der wollte sie einfach nur loswerden", sagt Verteidiger Marc Flender. Er selbst meldete sich am nächsten Tag bei der Polizei und gab den Hinweis auf den Verbleib der Waffe und der 31-Jährige stellte sich kleinlaut bei der Polizei.

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