Schluss mit ,À la carte’ im Jägerhaus - Schmitz tritt kürzer

Schluss mit ,À la carte’ im Jägerhaus - Schmitz tritt kürzer

In Zukunft öffnet der Hausherr das traditionsreiche Restaurant nur noch für Gruppenveranstaltungen.

Linde. „Was passiert eigentlich im Restaurant Schmitz Jägerhaus?“ Diese Frage stellen sich viele Freunde und Stammgäste des Hauses in diesen Tagen, nachdem sich herumgesprochen hat, dass Inhaber Wolfgang Schmitz eine größere Veränderung angekündigt hat. „Nein, ich schließe das Restaurant nicht”, beruhigt der begeisterte Koch und Gastronom alle, die sich verunsichert fühlen. Allerdings wolle er etwas kürzer treten.

Schon mit 15 Jahren hat der heute 57-Jährige als Azubi in Köln den Kochlöffel geschwungen. 1977 führte ihn sein Weg zunächst als angestellter Koch nach Wuppertal. Seit 1979 ist er ausgezeichneter Meister seines Fachs. Unmittelbar danach erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit.

1987 begann die Geschichte von Schmitz Jägerhaus. „Ich habe das Haus gekauft. Dann haben wir renoviert und losgelegt”, erinnert sich Wolfgang Schmitz an die Anfänge. Aus sieben Mitarbeitern wurden nach und nach 16. „Irgendwie war es immer zu klein, deshalb haben wir im Laufe der Zeit drei Mal umgebaut“, blickt Wolfgang Schmitz zurück.

Mit seiner Begeisterung für die stressige Arbeit in der Küche und seinen hohen Qualitätsansprüchen an Ausgangsprodukte, Zubereitung und Service hat er sich über die Jahre einen überregional beachteten guten Ruf erarbeitet.

Zahlreiche hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik gehören zu den Stammgästen im Schmitz Jägerhaus. Die Diskretion verbiete es ihm aber, Namen zu nennen. „Hier haben aber auch schon die beiden Grönemeyer-Brüder, der Professor und der Musiker, gegessen”, lässt sich Wolfgang Schmitz zumindest entlocken.

Die aktuelle Veränderung hat er sich nicht leicht gemacht. Vom kommenden Wochenende an wird das Haus nicht mehr als „A la Carte“-Restaurant geöffnet sein. Wolfgang Schmitz wird stattdessen nur noch vorangemeldete Gruppen mit Speisen und Getränken verwöhnen, selbstverständlich in der gewohnten Qualität von Küche und Service, wie er verspricht. Eine entsprechende Reservierung ist ab zehn bis 100 Personen möglich.

„Ich möchte persönlich etwas kürzertreten”, begründet Schmitz seine Entscheidung. Ein Entschluss, der bei bisher 365 Arbeitstagen im Jahr mit nur wenigen Auszeiten leicht verständlich ist. Seinen Gästen empfiehlt er, in das neue „Bistrorant Résumé“ in der Aue auszuweichen, das seine Handschrift trägt und für dessen Küche er weiterhin den kompletten Einkauf erledigt. Dort kann man auch das Serviceteam vom Jägerhaus antreffen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung