Ronsdorf: Wer rettet die Kirchen-Mauer?

Ronsdorf: Wer rettet die Kirchen-Mauer?

Reformierter Gemeinde fehlt das Geld für die Sanierung der Stützmauer an der Elias-Eller-Straße.

Ronsdorf. Wenn aus Sicht der reformierten Gemeinde Ronsdorf alles gut geht, werden 17 Linden auf dem Gelände vor ihrer Kirche diesen Sommer nicht mehr erleben. Ihre Wurzeln haben das Mauerwerk der denkmalgeschützen Stützmauer an der Elias-Eller-Straße zerstört — daher müssen sie gefällt werden. Da die Mauer inzwischen bedenkliche Schäden aufweist, sieht sich Jochen Denker zum Handeln gezwungen: „Wir müssen dringend etwas tun. Kaum vorzustellen, wenn die Mauer nachgibt, während sich Kinder auf dem Bürgersteig befinden“, sagt der Pfarrer.

In Zusammenarbeit mit einem Ronsdorfer Ingenieursbüro hat die Gemeindeleitung drei Varianten zur Restaurierung der Mauer erarbeitet — sie hat das Presbyterium bereits am Sonntag der Gemeinde vorgestellt. Um die Mauer in ihrem jetzigen Aussehen zu erhalten, müsste die Kirche mindestens 450.000 Euro aufwenden. „Als wir diese Zahl gehört haben, herrschte bei uns große Ratlosigkeit“, erklärt Kirchbaumeister Andreas Steinhard. Denn die finanziellen Rücklagen der Gemeinde sind erschöpft: Über eine Million Euro hat bereits die Renovierung des Kirchturms und des Speichers im Pfarrhaus gekostet. „Die Sanierung der Mauer kostet so viel, wie die Gemeinde jährlich an Kirchensteuern einnimmt“, erklärt Denker.

Die klamme Finanzlage spricht daher für eines der beiden deutlich billigeren Modelle (siehe Kasten). Dabei würde die Mauer in ihrer Höhe stark abgesenkt und entweder mit Drahtgittern oder Winkelsteinen stabilisiert. Für beide Varianten müsste allerdings die Stützmauer aus dem Denkmalschutz, unter dem das gesamte Bau-Ensemble rund um die reformierte Kirche seit 1999 steht, herausgenommen werden.

Die Zeit drängt in jedem Fall: Bis Ende des Jahres soll die Mauer restauriert sein. Die schlimmsten Schwachstellen hat die Gemeinde mit Keilen und Sandsäcken gestützt, ein Bauzaun hält Passanten fern. In den kommenden Wochen will sich das Presbyterium Finanzierungsmöglichkeiten für die Sanierung überlegen.

Eine Entscheidung für eines der Modelle steht noch aus. Die Gemeinde hofft noch auf Spender und Sponsoren. Steinhard betont: „Unsere Kirche liegt in der Einflugschneise von Ronsdorf. Eine Veränderung würde also jedem auffallen. Deshalb ist es uns wichtig, die Bürger ins Boot zu holen.“

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