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Ronsdorf: Schausteller wehren sich gegen die Kirmes-Absage

Ronsdorf: Schausteller wehren sich gegen die Kirmes-Absage

Peter Fuhrmann kann die Gründe nicht nachvollziehen.

Ronsdorf. In diesem Jahr wird es im August keine Kirmes am Ronsdorfer Ascheweg geben. Das beschloss die Bezirksvertretung Ronsdorf in ihrer Februar-Sitzung (die WZ berichtete). Doch der Schausteller-Verein, der — ebenso wie die IG Schausteller — einen Antrag für die Veranstaltung eingereicht hatte, will die Absage nicht einfach hinnehmen. „Wir sehen uns diskriminiert“, sagt Peter Fuhrmann, Vorsitzender des Vereins. Andere Veranstaltungen wie der Liefersack oder das Bürgerfest würden regelmäßig genehmigt. „Unsere Kirmes wird aber abgesagt.“

Begründet wurde dies in der Sitzung unter anderem damit, dass bei der Auflage vor zwei Jahren — die Kirmes wechselt sich jährlich mit dem Bürgerfest ab — nur wenig los gewesen sei. Außerdem habe es ein Müllproblem gegeben. „Außer Krach und Dreck ist da nichts gewesen“, kritisierte Ingrid Rode (SPD). Karl-Heinz Pieper (WfW) meinte, dass die wenigsten Ronsdorfer mit der Veranstaltung zufrieden gewesen seien.

Fuhrmann wehrt sich gegen die Vorwürfe. „An allen Tagen war etwas los.“ Die Ronsdorfer seien nun mal Kirmesfans. Für die Schausteller hätten sich die drei Tage auf jeden Fall gelohnt. Und zum Thema Müll: „Wenn etwas gewesen wäre, hätte ein Anruf bei uns gereicht. Wir hinterlassen keinen Dreck.“ Unter den Schaustellern fühlen sich viele in der Berufsausübung behindert.

Fuhrmann will jetzt Rücksprache mit dem Dachverband der Schausteller halten. Notfalls, so kündigt er an, würde sein Verein rechtliche Schritte einleiten. Der Vorsitzende will auf jeden Fall mit Oberbürgermeister Peter Jung Kontakt aufnehmen.

Doch die Entscheidung liegt ganz klar bei der Bezirksvertretung, wie auch das Presseamt der Stadt erklärt. In der Hauptsatzung der Stadt ist unter Paragraf 13, Rechte der Bezirksvertretungen, festgelegt, dass die Stadtteilparlamente über die Durchführung von bezirklichen Volksfesten und Straßenfesten entscheiden. Aber auch die Kultur-, Heimat- und Brauchtumspflege seien Aufgaben. „Und Kirmes ist Brauchtum“, betont Fuhrmann.

Michael Müller, Vorsitzender der IG Schausteller und Fraktionsvorsitzender der CDU in Wuppertal, zeigt sich noch zurückhaltend. Man wolle sich zur Absage derzeit nicht äußern. est