Ronsdorf feiert mit edlen Tropfen

Der Bandwirkerplatz war am Wochenende Anlaufpunkt für Weinfreunde. Auch beim dritten Weinfest war die Stimmung bestens.

Ronsdorf. „Schon gestern Abend war es hier proppenvoll. Gleich zu Beginn waren die Gäste da und viele sind bis spät in die Nacht hier geblieben“, freute sich Christel Auer, die Vorsitzende des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins, wie gut auch die dritte Ausgabe des Ronsdorfer Weinfestes auf dem Bandwirkerplatz ankam.

Von Freitagnachmittag bis gestern am frühen Abend konnten die Besucher Wein von Mosel und Nahe genießen. Außer dem Heimatverein sorgte auch der Förderverein des Bandwirker-Bades dafür, dass Gegrilltes, Kaffee, Kuchen, Brezeln und Kaltgetränke bereit standen. Gut passten auch die Käsespezialitäten zum Wein. In diesem Jahr waren wieder sechs Winzer dabei: „Sie kommen gerne hierher. Der Platz eignet sich hervorragend für ein solches Fest. Unter den Bäumen sitzt man gemütlich. Und die Stromversorgung für die Winzer ist ideal“, weiß Auer. Mehr Weinstände würde der Bandwirkerplatz allerdings auch nicht verkraften, denn sonst würde es zu eng und die vielen Besucher könnten nicht untergebracht werden.

An allen drei Tagen gab es Live-Musik zu hören. Am Samstagabend spielte die Oldie-Band „The Blue Fellows“ und ihre Musik passte sich der harmonischen Stimmung auf dem Festplatz wunderbar an. Winzer Stefan Theis, der aus dem Örtchen Kirschroth an der Nahe angereist war, zeigte sich am Samstag schon recht zufrieden mit den Umsätzen. „Das Wetter passt und die Ronsdorfer wissen zu feiern. Wir waren gestern Nacht erst ganz spät in unserem Hotel.“ Nur wenn sich jemand mitten im Ansturm eine richtige Weinprobe wünsche, dann müsste er absagen: „Das geht einfach nicht, wenn der Betrieb so ist wie gestern Abend.“ Er habe aber schon einige Stammkunden in Ronsdorf, die seine Weine bestellen und sie sich dann nach Hause liefern lassen.

Die langen Holzbänke waren auch am Samstag schon früh besetzt. Bei Rosé-, Weiß- oder Rotwein prostete man sich zu, traf Bekannte und Nachbarn. „Das ist so ein richtig schönes Stadtfest. Gut, dass es auf diesem Platz stattfindet, da passt einfach alles“, lobt Renate Müller aus Elberfeld, die sich nicht nur als Wuppertalerin, sondern auch als Rheinländerin sieht. Sie saß mit zwei Freundinnen am Tisch, die sich ein Fläschchen halbtrockenen Rosé teilten.

„Wir liegen weintechnisch auf einer Wellenlänge“, sagt Brigitte Sommer lachend. Wir lieben den Wein von der Nahe. Den kann man einfach gut vertragen“, ist sie sich mit ihrer Freundin Gisela Ladleif, die aus Langerfeld angereist war, einig.

Auch Petra Ebinghaus, die aus Remscheid kam und zum ersten Mal das Weinfest besucht, zeigte sich angetan: „Dass man sich hier Käsehappen, ein bisschen Weißbrot zu dem guten Wein dazu holen kann, ist doch ideal. Schade, dass ich nicht hungrig genug bin, um auch noch den Flammenkuchen oder eine Grillwurst zu probieren.“

„Wir Ronsdorfer packen es gemeinsam“, sagt Christel Auer mit Blick auf das Bandwirker-Bad, dem der Erlös des Weinfestes zukommen wird. Die Stadt konnte das Hallenbad nicht weiterführen, jetzt wird eine Betreibergesellschaft vom Förderverein Bandwirker-Bad finanziert. Jährlich müssen dafür 300 000 Euro aufgebracht werden. In den vergangenen Jahren kam jeweils ein vierstelliger Betrag durch das Weinfest zusammen. Rund 40 Ehrenamtler sind an den drei Weinfesttagen im Einsatz, um Winzer und Besucher zufrieden zu stellen. „So eine Großveranstaltung erfordert große Anstrengungen unserer Aktiven. Ich bin dankbar, dass sich so viel engagierte Menschen für unseren Stadtteil einbringen und einsetzen“, fasst es Christel Auer zusammen.