Protest gegen Kita auf Spielplatz

Die Stadt will an der Schenkstraße eine Tagesstätte bauen. Die CDU lud zur Sprechstunde vor Ort, die SPD ist für den Plan.

Ronsdorf. „Dass der Bedarf für eine weitere Kindertagesstätte in Ronsdorf vorhanden ist, muss gar nicht diskutiert werden“, ist sich CDU-Ratsherr Michael Hornung mit den Stadtverordneten der anderen Fraktionen einig. Doch dass die gerade auf dem rund 12 000 Quadratmeter großen parkähnlichen Gelände des Spielplatzes an der Schenkstraße entstehen soll, findet nicht seine Zustimmung. Deshalb lud er zu einer Bürgersprechstunde auf den Spielplatz, zu der trotz Regens rund 60 Interessenten aller Altersgruppen kamen.

„Wir haben hier einen Spielplatz, der wegen seiner Größe und Attraktivität sogar auswärtige Besucher anzieht“, so Hornung, der von seiner Tochter Jana (22), CDU-Fraktionssprecherin der Ronsdorfer Bezirksvertretung, unterstützt wurde.

Er hatte erreicht, dass in der Ratssitzung am 4. Juli der Beschluss, die Schenkstraße als Kita-Standort festzulegen, von der Tagesordnung genommen und auf September verschoben wurde. „Es kann nicht angehen, dass so etwas beschlossen wird, ohne die Bürger des Stadtteils einzubeziehen und Alternativen zu prüfen.“

Die Argumente gegen eine Kita Schenkstraße waren vornehmlich, dass dafür ein etwa 3000 Quadratmeter großes Gelände benötigt und das Gesamtbild des „Mehr-Generationen-Spielplatzes“ gestört werde und womöglich Einrichtungen wie die Skate-Anlage entfernt werden müssten.

Bolzplatz, Spielgeräte für unterschiedliche Altersgruppen, Asphaltwege, auf denen die Jüngsten Rad fahren lernen, Bänke, alte Bäume und weitläufige Wiesen machten den Platz zu einer Stätte der Erholung für Menschen jeden Alters. Das sollte nicht durch den Bau einer Kita nachhaltig gestört werden.

Störungen befürchtet man auch durch erhöhtes Verkehrsaufkommen, wenn Kita-Kinder gebracht und abgeholt werden. „Die Zufahrt ist jetzt schon ein Nadelöhr“, hörte man aus dem Publikum. „Wir werden Ihre Meinung den anderen Fraktionen mitteilen“, versicherte Michael Hornung. Zustimmung erfuhren Jana und Michael Hornung auch durch eine Gruppe Kinder, die stimmgewaltig und auf Plakaten den kompletten Erhalt ihres Spielplatzes forderten.

„Dieser Spielplatz ist sehr wertvoll für alle Altersgruppen“, war das Argument von Anwohnerin Heike Ose, Mutter zweier Kinder (12 und 14). „Diese Fläche muss so bleiben, wie sie ist“, meinte auch Marcus Sorgenicht, der in unmittelbarer Nähe aufgewachsen ist und den Spielplatz Schenkstraße seit Jahrzehnten schätzt.

Eine Warnung richtete Jana Hornung abschließend an die Besucher der Sprechstunde: „Wir können nichts versprechen. Wenn alle Fraktionen im Rat für den Bau der Kindertagesstätte hier stimmen, können wir nichts machen. Das sind die Spielregeln der Demokratie.“

Diese Befürchtungen hat sie zu Recht: „Wir sind für den Bau der Kita“, sagte Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes für die SPD in Ronsdorf der WZ. Auch die übrigen Fraktionen in der BV seien dieser Meinung. „Das ist eine gigantische Fläche. Es bleibt genug Freifläche, wenn eine Kita gebaut wird.“ Zumal demnächst mit den Neubauten an den Friedhöfen in unmittelbarer Nähe ein neues Einzugsgebiet entstehe.