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Hundesitterin: Ohne Hunde geht es einfach nicht

Hundesitterin : Ohne Hunde geht es einfach nicht

Mareike Frantzen kümmert sich nach Feierabend ehrenamtlich um Hunde, die sonst nicht genug raus kämen.

Ronsdorf. Mareike Frantzen nimmt ihre Leine und hakt sie am Halsband des Maltesers Benny fest. Ihre vier Katzen gucken ein wenig reserviert. Benny ist gar nicht ihr Hund und erst zum zweiten Mal in der Wohnung. Frantzen arbeitet als Bankkauffrau in Düsseldorf und kann sich zeitlich nicht um einen eigenen Hund kümmern. „Aber ich bin ein Hundemensch. Ich kann nicht ohne Hunde.“ Und da hat sie eine Lösung gefunden.

Angefangen hat es für Frantzen, die in Engelskirchen auf einem ehemaligen Bauernhof aufwuchs (ihre Eltern hielten Schafe, Gänse, Hunde und Meerschweinchen), als sie in Düsseldorf von dem Netzwerk „Senioren und Tiere“ des Vereins Stadttiere hörte. Sie engagierte sich und kümmerte sich um eine verwitwete Frau, die sich einen Wolfspitzwelpen zugelegt hatte. Und Hilfe brauchte. Beim Spazierengehen, bei der Erziehung, beim Gang zum Tierarzt.

So ähnlich könnte es auch in Ronsdorf gehen, sagte sich Frantzen. Und verkündete in „Ronsdorf aktuell“ (siehe Kasten), sie wolle ehrenamtlich Älteren bei der Hundebetreuung helfen. Nach ihrem Feierabend und an Wochenenden. „Da kamen so viele Meldungen, das hätte ich nicht gedacht. So viele konnte ich gar nicht annehmen.“

Es waren aber viele junge Familien und Alleinstehende, die froh über eine Entlastung wären. „Ältere waren gar nicht dabei.“ Zweimal drei bis vier Stunden widmet sie zurzeit jeweils Benny und den Labrador-Mischlingen Luna und Dina.

Bei Benny versucht sie auf Wunsch der Besitzer auch noch, einige Grundregeln aufzustellen, wie nicht an der Leine zu ziehen oder Besucher nicht anzuspringen.

Benny freut sich sichtlich, nach draußen zu kommen. Er saugt alle Eindrücke auf, schnüffelt ausgiebig. Dabei entgeht ihm nicht einmal die Elster, die hoch über ihm in einen Baum huscht. „Ballspielen mag er gar nicht so gern“, sagt Frantzen. „Dafür liebt er es, nach anderen Hunden zu gucken.“

Was das Tolle an Hunden ist? Frantzen: „Die lächeln, wenn man ihnen begegnet. Außerdem ist in meinem Bekanntenkreis keiner bereit, stundenlang mit mir durch die Wälder zu ziehen.“