Ronsdorf : Löschzug plant Umbau

Freiwillige Feuerwehr will den Standort erweitern, weil sie ein Drehleiterfahrzeug bekommen hat.

Ronsdorf. Wenn das Rathaus keine Lösungen anbieten kann, nehmen die Menschen auf den Südhöhen die Dinge gerne einmal selbst in die Hand. Das war bei der Neugestaltung des Bandwirkerplatzes vor einigen Jahren so und wird jetzt auch beim Löschzug Ronsdorf der Feuerwehr so sein.

In der Mitgliederversammlung des Vereins zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr in Ronsdorf stellten Vorstand und Vertreter des Löschzugs Ronsdorf ein in den vergangenen Monaten entwickeltes Projekt vor, mit dem ein Umbau des Standorts an der Remscheider Straße realisiert werden könnte. Durch den Umbau sollen im Komplex an der Talsperrenstraße eine zusätzliche Fahrzeuggarage entstehen und zwei vorhandene Stellplätze vergrößert werden.

Die Erweiterung ist unter anderem notwendig, weil kürzlich zusätzlich ein Drehleiterfahrzeug in Ronsdorf stationiert wurde. „Nachdem die Berufsfeuerwehr lange Zeit die Stationierung einer Drehleiter in Ronsdorf abgelehnt hat, kam bei den Voruntersuchungen für den neuen Brandschutzbedarfsplan im vergangenen Jahr plötzlich Bewegung in die Sache“, berichtete der Vereinsvorsitzende Klaus Bartsch den Mitgliedern.

Schon seit Jahren haben die Ronsdorfer Feuerwehrleute darauf hingewiesen, dass es im Stadtteil eine Reihe von Wohnungen - beispielsweise im Rehsiepen und an der Hordenbachstraße - gebe, die nicht in der vorgeschriebenen Schutzfrist erreicht werden können, ergänzte Gruppenführer Matthias Dietrich als Vertreter der Einsatzabteilung die Information. „Wir haben das Heft selbst in die Hand genommen und planen große Dinge“, sagte er.

Damit wies Dietrich mit Blick auf die Stadtverwaltung auch auf ein grundsätzliches Thema hin: „Wir übernehmen als Freiwillige Feuerwehrleute eine Pflichtaufgabe der Stadt und sparen der Stadt jedes Jahr einen Millionenbetrag gegenüber den Kosten, die eine hauptamtlich besetzte Feuerwache verursachen würde.“

Zu dieser Einsparung sollen jetzt weitere 280 000 Euro kommen. So viel soll nach ersten Schätzungen die angestrebte Erweiterung der Gebäude kosten - vollständig finanziert über den Förderverein, der der Stadt die fertigen, neuen Räume am Ende als Schenkung übergeben möchte.

Aus dem Rathaus hatte man den Ronsdorfer Feuerwehrleuten bisher signalisiert, dass man an anderer Stelle im Stadtgebiet dringenderen Handlungsbedarf sehe. Lediglich die Umsetzung einer auf dem Gelände stehenden Trafostation will die Stadt übernehmen. Wie Matthias Dietrich anhand von Fotos zeigte, ist der Umbau der alten Garage neben dem historischen Steigerturm auch zur Vermeidung von Unfallgefahren notwendig. Hier stehen derzeit die Einsatzfahrzeuge so eng, dass nicht einmal die Türen ganz geöffnet werden können.

Bei dem Umbau sollen zudem Räumlichkeiten für das weit über Wuppertal hinaus bekannte Brandschutzkaspertheater einschließlich einer kleinen Spielstätte für die Proben und ein Stellplatz für das „Kasper-Auto“ entstehen.

Abzüglich des bereits angesparten Geldes müssen nach aktuellem Stand noch rund 220 000 Euro eingeworben werden. „Wenn jeder Ronsdorfer nur zehn Euro gibt, dann haben wir die Summe ruckzuck zusammen. Andere Projekte in Ronsdorf zeigen, dass das gehen kann“, zeigt sich Klaus Bartsch optimistisch. Ziel ist, das Geld noch in diesem Jahr zusammen zu bekommen.

„Ein Riesendankeschön an den Förderverein. Es ist ein gutes Gefühl für die aktiven Feuerwehrleute, diese Unterstützung zu haben“, sagte Torsten Tölle, der Leiter des Löschzugs Ronsdorf, den Mitgliedern des Fördervereins. Er erinnerte zudem an die Gründung der Ronsdorfer Feuerwehr vor 149 Jahren, die ebenfalls auf das besondere Engagement Ronsdorfer Bürger zurückging.

Starten sollen die Bauarbeiten aber erst, wenn die Finanzierung gesichert ist. Deshalb werden sich Förderverein und Einsatzabteilung im Laufe des Jahres regelmäßig mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit wenden.

Als Erstes ist für Samstag, den 23. April, von 14 bis 18 Uhr ein kleines Frühlingsfest an der Remscheider Straße geplant, bei dem sich die Bürger über das Projekt informieren können. ww