Immer mehr Urnenbestattungen: Ein Kolumbarium für Ronsdorf

Immer mehr Urnenbestattungen: Ein Kolumbarium für Ronsdorf

Nach Fertigstellung stehen 252 Kammern bereit.

Ronsdorf. Auf dem Friedhof Lohsiepen wird ein Kolumbarium für Urnenbestattungen errichtet. Ein entsprechender Antrag wurde in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Ronsdorf angenommen. Der Auftrag für das etwa 188.000 Euro teure Projekt wird noch in diesem Sommer ausgeschrieben, im Herbst soll Baubeginn sein, wie Annette Berendes vom Ressort Grünflächen und Forsten erklärt.

In der Stadt gibt es bereits mehrere Friedhöfe mit einem Kolumbarium. Auch für den Städtischen Friedhof Ronsdorf seien die sich ändernden Bestattungswünsche der Wuppertaler der Grund für Bau, heißt es in der Vorlage. Die Zahl der Urnenbestattungen nehme deutlich zu, weil sie längst nicht so pflegeintensiv seien.

Das bestätigt auch Uwe Schellenberg vom Evangelischen Friedhofsverband, der elf Friedhöfe im Wuppertaler Osten, sowie zwei in Cronenberg betreut. „Bei unseren 13 Friedhöfen und 1400 Begräbnissen pro Jahr liegt der Anteil der Urnenbestattungen bei gut 54 Prozent“, erklärt Schellenberg. In einigen Gemeinden im Wuppertaler Westen sei er mit 60 bzw. 70 Prozent sogar noch höher. 1984 habe der Anteil gerade einmal bei acht Prozent gelegen, so Schellenberg.

Steigende Zahlen vermeldet auch Bettina Wallbrecher von der katholischen Friedhofsverwaltung. Im Durchschnitt liege bei den neun betreuten Friedhöfen der Anteil von Urnenbegräbnissen bei 45 Prozent — wobei es deutliche Unterschiede zwischen den Stadtteilen gibt.

Erst im vergangenen Jahr war das alte Sezierhaus des Evangelischen Friedhofs an der Solinger Straße in ein Kolumbarium umgewandelt worden. Auf dem Friedhof Lohsiepen wird allerdings ein Neubau entstehen. „Modern und schlicht, das passt gut“, erklärt Berendes. Der erste Bauabschnitt (130.000 Euro) umfasst die Errichtung von vier Urnenwänden sowie den kompletten Unterbau für die Anlage. Der zweite Bauabschnitt umfasst dann noch einmal drei Urnenwände. Nach der Fertigstellung stehen dann 252 Kammern in den insgesamt sieben Modulen für Urnen zur Verfügung.

Eine Bestattung kostet dann etwa 1400 Euro, so Berendes. „Das Kolumbarium hat sich nach vier bis sechs Jahren amortisiert.“ Man hoffe, dass durch die Einrichtung auch die Kostendeckung für den gesamten Friedhof, die bei derzeit 88 Prozent liegt, noch einmal steigt.

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