Ideengeber der Mosaikbank beklagen Vandalismusschäden

Vandalismus : Engagierte beklagen Vandalismus

Künstler und Bürger können sich Beschädigung der Mosaikbank nicht erklären. Spendenlauf bringt Geld.

. Maria Schneider ist entsetzt. Dass die vor gut einem Jahr von Künstlern und Jugendlichen in mühevoller Arbeit gestaltete Mosaikbank an der Staasstraße/Elias-Eller-Straße am 20. Oktober von Unbekannten schwer beschädigt wurde, kann die Freizeitkünstlerin kaum fassen. „Das ist schrecklich und tut mir sehr leid, denn daran hängt auch unser Herz“, sagt Schneider stellvertretend für die Künstler.

Genau wie die federführende Künstlerin Ute Scholl-
Halbach sei sie sofort zur Bank geeilt, nachdem der stellvertretende Bezirksbürgermeister Kurt von Nolting sie auf die Sachbeschädigung hingewiesen hatte. „Es ist alles voller Splitter“, klagt Schneider. In der Tat macht die Mosaikbank einen schwer mitgenommenen Eindruck. Zahlreiche Einschläge übersähen das Kunstwerk, zum Teil sind ganze Glasmosaikstücke herausgebrochen. „Das muss so eine rohe Gewalt gewesen sein“, hatte Ute Scholl-Halbach bereits in einem ersten WZ-Bericht beklagt und vermutet, die Unbekannten müssten mit einem Hammer vorgegangen sein.

Der Bürgerverein Ronsdorf, der für die Bank auf städtischem Grundstück zuständig ist, hat am Montag nach der Tat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Wir vermuten, dass die Tat am späten Samstagnachmittag stattgefunden hat“, sagt die Bürgervereinsvorsitzende Christel Auer. Der Sachschaden wird nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Weitkämper auf 2000 bis 3000 Euro geschätzt. „Der ideele Wert ist aber viel größer“, sagt Künstlerin Ute Scholl-Halbach.

Vandalismus ist
kein Einzelfall

„Es ist schon die zweite Sache, in der bürgerschaftliches Engagement steckt, und die dann beschädigt wurde“, kritisiert Christel Auer mit Blick auf die Beschädigung der Bänke am Bandwirkerplatz. Der Vandalismus sei unerklärbar: „Vielleicht war den Tätern auch nicht bewusst, wie viel liebevolle Arbeit dahinter steckt.“ Freizeitkünstlerin Maria Schneider kann sich den Vandalismus umso weniger erklären, als dass viele Jugendliche selbst an der Gestaltung der Bank mitgearbeitet hätten. „Die Ronsdorfer Bevölkerung hat großen Anteil an dem Projekt genommen“, sagt Schneider. Nach der Einweihung im September 2017 habe es zudem unzählige positive Reaktionen von Ronsdorfern auf das Kunstwerk gegeben.

Viele Ronsdorfer beklagten zunächst einmal in sozialen Netzwerken im Internet die Sachbeschädigung und forderten eine stärkere Polizeipräsenz im Stadtteil. Davon hält Auer wenig. „Die Polizei kann ja nicht überall sein“, sagt sie. Die Ronsdorfer müssten stattdessen selbst die Augen offen halten, um solchen Vandalismus vielleicht doch noch rechtzeitig zu bemerken.

Die Engagierten wollen sich jetzt jedenfalls nicht unterkriegen lassen. Ute Scholl-Halbach hatte bereits kurz nach der Tat angekündigt, dass die Mosaikbank repariert werden soll. Maik Kaufmann wurde kurzerhand aktiv. „Alle haben immer gute Ideen, aber keiner macht was“, kritisiert er die Reaktionen im Internet. Kaufmann habe sich spontan für den Marathon beim Röntgenlauf am vergangenen Sonntag in Remscheid angemeldet und im Internet um Sponsoren für die Reparatur der Mosaikbank geworben. Eine Reihe von Sponsoren fand sich und so seien 533,01 Euro zusammengekommen, sagt Kaufmann.

„Das Engagement von Herrn Kaufmann ist klasse“, sagt Ute Scholl-Halbach, die sich persönlich bei ihm bedanken möchte. Ein Großteil der Kosten für die Reparatur sei damit schon abgedeckt. Auch die Sparkasse habe Unterstützung zugesagt, sodass die Finanzierung gesichert sein sollte. Außerdem habe sie viele Solidaritätsbekundungen von Ronsdorfern bekommen, sagt Scholl-Halbach. „Das zeigt, dass sich viele mit der Mosaikbank identifizieren.“

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