Horst Dreher: Ein Weltmeister im Fußball-Ruhestand

Horst Dreher: Ein Weltmeister im Fußball-Ruhestand

Ex-Profi Horst Dreher arbeitet in Ronsdorf und bleibt seiner Heimat treu.

Ronsdorf. Wenn Horst Dreher (58) täglich für seinen Arbeitgeber in Ronsdorf die Bank oder Post aufsucht, kann er sicher sein, dass er trotz seiner sportlichen Vergangenheit nur noch von wenigen Fußballfans erkannt wird. Dabei war Dreher mit der Fußball-Nationalmannschaft Weltmeister. Allerdings mit der Militär-Auswahl, zu der unter anderem mit Dieter Burdenski, Rüdiger Abramczik, Harald Konopka, Gerd Strack und Jürgen Glowacz ehemalige Nationalspieler gehörten.

Foto: NN

Begonnen hat Dreher seine fußballerische Laufbahn als Torwart beim VfB Stuttgart, mit dem er Deutscher A-Jugendmeister wurde. Über Arminia Bielefeld wechselte er zum damaligen Erstligisten Fortuna Düsseldorf, bevor er in den 1980er Jahren zum Oberligisten (heute vergleichbar mit der 3.Liga) Wuppertaler SV kam. Mit Düsseldorf wurde er an der Seite der Allofs-Brüder zweimal Deutscher Pokalsieger. Sein Karriere-Highlight war das gegen Barcelona verlorene Europapokal-Endspiel. Eine schier unglaubliche Verletzungsserie verhinderte eine längere Karriere in der Bundesliga, wo er unter so namhaften Trainern wie Otto Rehhagel und dem verstorbenen Jörg Berger trainierte.

Beim WSV musste sich Dreher aufgrund der Verletzungen Gedanken über seine berufliche Zukunft machen. Dort lernte er Eckhard Osberghaus kennen, den damaligen Pressesprecher und Mitglied im Verwaltungsrat. Der Immobilien-Kaufmann stellte den Keeper ein. Für beide war es ein Glücksfall. Horst Dreher entwickelte sich zu einem seriösen und fachkompetenten Immobilien-Kaufmann und war am Erfolg der Firma Atlantic — seit 36 Jahren im Markt — wesentlich beteiligt.

„In Wuppertal habe ich mich immer sehr wohlgefühlt und deshalb auch nie darüber nachgedacht, ins Schwäbische zurückzukehren“, verrät Dreher. In diesem Monat feierte der zweifache Vater und vierfache Opa sein 30-Jähriges im Beruf. „Der Fußball steht für mich nicht mehr im Vordergrund“, sagt Dreher. Für den Ex-Profi, der heute in Radevormwald wohnt, wurde das Radfahren zum Hobby. Immer noch, wenn auch in zwei Etappen, fährt er mit dem Rad zum Besuch der Verwandten in seine Heimatstadt Stuttgart.

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