Ein Ausflug in die Ronsdorfer Textil-Geschichte

Ein Ausflug in die Ronsdorfer Textil-Geschichte

Das Bandwirker-Museum feierte sein 25-jähriges Bestehen.

Ronsdorf. Die Textilindustrie spielt in der Geschichte der Südhöhen eine zentrale Rolle. „Ronsdorf ist eine Bandwirker-Stadt“, sagt Christel Auer, erste Vorsitzende des Ronsdorfer Heimat- und Bürgervereins. Um auch den jüngeren Generationen einen Einblick in die Geschichte von Ronsdorf zu ermöglichen, kam der mitlerweile verstorbene Josua Halbach vor 25 Jahren auf die Idee, ein Bandwirker-Museum zu errichten. Mit Erfolg. Heute, ein Vierteljahrhundert später, feiert das Bandwirker-Museum Jubiläum.

Auf zwei Etagen präsentiert der Arbeitskreis Bandwirker-Museum seine Exponate. „Ich habe 40 Jahre lang selber in der Textilindustrie gearbeitet. Die Vielfalt an Werken im Bandwirker-Museum ist prima“, sagt Klaus Schäfer, der bereits zum zweiten Mal dem Museum einen Besuch abstattet. Windemaschinen, Spuhlmaschinen und natürlich Webstühle — vom handbetriebenen Mühlstuhl bis zum modernen Bandweberautomaten — sind zu entdecken.

Das Bandwirker-Museum ist einer von vielen Arbeitskreisen des Ronsdorfer Heimat - und Bürgervereins, der mit Veranstaltungstagen, wie dem Jubiläumstag des Bandwirker-Museums, auf sich aufmerksam machen möchte. „Wir versuchen die Menschen zu erreichen. Denn nur ein starker Bürgerverein kann etwas für die Ronsdorfer tun“, erklärt Christel Auer. Ziel sei es unter anderem, mehr Menschen für die Geschichte zu begeistern.

Sehr interessiert an der Geschichte der Bandweberei ist auch Sylvia Lehnort. Die Ronsdorferin ist zum ersten Mal bei einem Veranstaltungstag mit dabei: „Sonst habe ich den Tag des Bandwirker-Museums immer aus Urlaubsgründen verpasst. Dieses Jahr nicht.“ Zu sehen bekam sie unter anderem auch einen selbst erbauten Miniatur-Bandwebstuhl. Der Konstrukteur ist Josua Halbach, gleichnamiger Sohn des Gründer des Bandwirker-Museums. Halbach hält die Tradition des Museums aufrecht und ist auch jeden Mittwoch im Einsatz, wenn das Bandwirker-Museum seine Tore für Besucher öffnet.

„Es ist schön, wenn einzelne Leute kommen und sich für die Bandweberei interessieren. Doch ich würde es begrüßen, wenn auch größere Gruppen, wie Schulklassen oder Kindergartengruppen den Weg ins Museum finden würden“, sagt Halbach. Er wäre bereit, auch außerhalb der Öffnungszeiten ins Museum zu kommen, um über die Bandweberei und die damit verbundenen Ronsdorfer Traditionen zu erzählen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung