Das Bad der treuen Fans

Das Bad der treuen Fans

Viele Helfer erhalten das Bandwirker-Bad, das eine lange Geschichte hat.

Das Bandwirker-Bad ist eines der ältesten Bäder Wuppertals und noch immer können Schwimmer dort ihre Runden drehen — dank vieler ehrenamtlicher Helfer.

Foto: Andreas Fischer/Stadtarchiv

Schon seine Entstehung verdankt das Bad bürgerschaftlichem Engagement. Denn Ronsdorfer Bürger wollten nicht zurückstehen, als wie in vielen Städten auch in Barmen eine öffentliche Badeanstalt eröffnet wurde (das heutige Brauhaus). Die Ronsdorfer taten sich zusammen und planten ein privat finanziertes Bad.

Foto: Andreas Fischer/Stadtarchiv

Sie gründeten 1884 die Aktiengesellschaft „Ronsdorfer Badeanstalt“ mit bald 80 Mitgliedern. Tatsächlich kam genug Geld zusammen und vor fast genau 130 Jahren, am 15.5.1885, konnte das Bad in dem repräsentativen Holzbau an der damaligen Färberstraße eröffnen — dort, wo heute das Ronsdorf Caree steht. Es hatte ein Schwimmbecken im Erdgeschoss und eine Galerie. Die Umkleidekabinen waren mit einem Vorhang vom Badeumgang getrennt.

Foto: Andreas Fischer/Stadtarchiv

Doch schon bald gab es finanzielle Schwierigkeiten, so dass die Stadt Ronsdorf 1892 das Bad übernahm und betrieb. Das Holzgebäude überstand sogar 1943 den Luftangriff auf Ronsdorf. Erst 1965 wurde der Bau abgerissen.

„Er entsprach wohl nicht mehr den damaligen Ansprüchen“, so Hans-Werner Westebbe, einer der Geschäftsführer der heutigen Betreibergesellschaft BaRon. Der Neubau wurde 1967 auf dem Gelände des Ronsdorfer Bahnhofs eröffnet.

Dieses Bad wollte die Stadt Wuppertal 2010 schließen, weil sie kein Geld mehr hatte. Doch die Bürger wehrten sich, trafen sich zu Protestaktionen, sammelten Unterschriften. Sie gründeten einen Förderverein und die Betreibergesellschaft BaRon Betriebs-UG, deren Gesellschafter der Verein ist.

Sie konnten das Bad erhalten, weil viele Menschen ihren Beitrag dazu leisten. Unter anderem zahlen die zahlreichen Vereine einen Obolus für die Nutzung. Viele Unternehmen unterstützen das Bad, viele Ronsdorfer beteiligen sich immer wieder an Aktionen. „Wir haben es bis heute geschafft“, freut sich Hans-Werner Westebbe. Aber jedes Jahr müssen sie erneut kämpfen.

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