Bandwirkerbad Ronsdorf: Sprung ins lauwarme Wasser

Bandwirkerbad Ronsdorf: Sprung ins lauwarme Wasser

In Ronsdorf wurde gestern die Übernahme des Bandwirkerbads feuchtfröhlich gefeiert.

Ronsdorf. Der Sprung ins eiskalte Wasser blieb Kurt Florian vom Fördervereins Bandwirkerbad gestern Mittag erspart. Bei Wassertemperaturen von 29 Grad im Becken des Ronsdorfer Hallenbades landete der Ronsdorfer in lauwarmen Fluten. Nun hoffen er und die anderen freiwilligen Helfer des Fördervereins, dass seinem Vorbild in Zukunft noch viele Badegäste folgen werden. Denn die Übernahme des Hallenbades durch eine Betreibergesellschaft und den Förderverein ist beileibe kein Selbstläufer, auch wenn die Stadt in diesem Jahr noch für die Betriebskosten des Bades aufkommen wird.

Gestern erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe der Stadt an den Förderverein, die mit Sekt im Foyer des Bandwirkerbades gefeiert wurde. Unter der Voraussetzung, dass der Rat der Stadt heute der Übergabe der Hallenbäder in Ronsdorf und Vohwinkel formell zustimmen wird, beginnt am 1. März dann die neue Ära für beide Hallenbäder in privater Regie. Jürgen Windgassen dankte er dem bisherigen Badleiter Günter Marny und dessen Mannschaft und der Stadt zunächst für die gute Zusammenarbeit — vor allem in den zurückliegenden Wochen.

Nicht nur Kurt Florian, sondern auch dem Förderverein bleibt der Sprung ins kalte Wasser erspart. Die Stadt hat nicht nur bei der Übernahme der Betriebskosten Entgegenkommen gezeigt, sondern auch die Vertragentwürfe im Sinne der Fördervereine zu Fragen der Haftung bei technischen Defekten nachgebessert.

Ab 2012 werden aber nicht nur Personalkosten, sondern auch die Energiekosten und Unterhatungskosten den Etat der Betreibergesellschaft belasten. Und dann wird erst die eigentliche Knochenarbeit für den Förderverein beginnen. Doch die Arbeit lohne sich, sagte Windgassen, denn es sei gelungen, den Schulen und Vereinen und allen Ronsdorfern das „ortsnahe Schwimmen“ weiterhin zu ermöglichen. Wichtig sei das Bad vor allem auch für die Schwimmausbildung. Mehr als ein Drittel aller Kinder seien heute beim Wechsel von der Grundschule zu einer weiterführenden Schule noch Nichtschwimmer, sagte Windgassen und wies auf einen besorgniserregenden Trend hin.

Derzenent Matthias Nocke wünschte den Ronsdorfern bei der symbolischen Schlüsselübergabe viel Kraft und gutes Gelingen. Er schlug den Badbetreibern einen „jour fix“ mit der Stadt vor, auf dem man sich regelmäßig austauschen könne. Den Tag der Übernahme bezeichnete Nocke als einen schönen Tag für Ronsdorf. Augenzwinkernd meinte Nocke wohl in Bezug auf die notleidenden städtischen Finanzen: „Es ist aber auch ein schöner Tag, wenn man ein Bad abgeben darf.“

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