Ronsdorf: Argumente für Tunnellösung

Ronsdorf : Argumente für Tunnellösung

Die Bürgerinitiative Keine Autobahn durch Ronsdorf sieht keine gravierenden Kostenunterschiede zum Bau von Lärmschutzwänden.

Wuppertal. Dass Mensch und Natur Vorrang vor Verkehrsprojekten haben sollten, ist das Credo der Bürgerinitiative L419 — Keine Autobahn durch Ronsdorf. Auf einer Infoveranstaltung wiesen die Mitglieder einmal mehr auf die Folgen eines sechsspurigen Ausbaus zwischen der A1 und Lichtscheid hin und warben für eine Tunnellösung.

Mit rund 70 teilnehmenden Bürgern war das Interesse im Gemeindehaus an der Bandwirkerstraße groß. Besorgte Aussagen wie „Der Verkehrslärm ist ja jetzt schon kaum noch auszuhalten“ oder „Wer soll denn dann da noch wohnen“ waren zu hören. Peter Stuhlreiter erinnerte an die 35-jährigen Historie des Südtangenten-Ausbaus. Umweltbelastungen und eine erhebliche Minderung der Lebensqualität für die Anwohner ständen auch heute zur Debatte. So plane das Land, die aktuelle L419-Frequentierung von rund 25 000 Fahrzeugen pro Tag auf 65 000 aufzustocken und dadurch A 1 und A 46 zu entlasten. „Wie das ohne Stau gehen soll, ist vollkommen fraglich“, kritisierte Stuhlreiter. „Wir sind gegen eine Billiglösung. Schließlich gehört der Verkehr unter die Erde“, forderte er.

Dass der auf den ersten Blick erhebliche Kostenunterschied von 41 Millionen für die geplante überirdische Autobahn und 86 Millionen Euro für einen Tunnelbau nicht als gültiger Maßstab gelten könne, sagte Uwe Merschjohann. So habe das Land seine Entwürfe erst vor wenigen Wochen um weitere rund sieben Meter hohe Lärmschutzwände erweitert, wobei aufgrund von Umwelt- und Anwohnerschutzauflagen sowie der dann stärker frequentierten L418 sogar noch viele weitere Lärmschutznachbesserungen zu erwarten seien.

„Auf der A46 haben allein diese Nachbesserungen 71 Millionen Euro gekostet. Wenn man das auf die L 418 umrechnet, kann man hier bestimmt noch mal mit weiteren 20 Millionen rechnen.“ Verkehrsbeeinträchtigungen fielen zudem bei einem Tunnelbau geringer aus.

Über die nach seiner Einschätzung erheblichen Umwelteingriffe informierte Jörg Liesendahl vom BUND. Der Diplom-Biologe erklärte, dass der BUND aus Naturschutzgründen eigentlich komplett gegen einen Straßenausbau sei. Falls der nicht zu verhindern sei, werde die Tunnelvariante favorisiert. So wäre neben der Naturzersiedelung vor allem der Regenwasserabfluss wegen des undurchlässigem Gesteins ein Problem und würde Bäche in der Umgebung belasten.

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